Haustiersuche mit Spürhund

Mit der Supernase auf der Haustier-Spur

01.04.2021 | Stand 01.04.2021, 16:37 Uhr

Das Schnüffeln macht den Hunden tierisch Spaß! Lernen könne es jeder Hund. Foto: Sandra Dombrowsky/TeamTrailer

Ein gemeinnütziger Verein hilft bei der Suche nach entlaufenen Haustieren mit einer Hundestaffel.

Von Veronika Bayer

Landshut/Leiblfing. Sein Haustier zu vermissen, ist schlimm. Sorge und Ungewissheit machen zu schaffen. In einer solchen Situation hilft ein gemeinnütziger Verein aus Leiblfing weiter: TeamTrailer, die unter anderem den kürzlich als vermisst gemeldeten Kater Georgie aus Landshut suchten (wir berichteten) – mit einer professionellen Suchhundestaffel.

Im Gegensatz zur Suche nach Menschen („Mantrailing“) nennt man das Ansetzen eines Suchhunds auf die Fährte eines Haustieres „Pettrailing“. Die Hund-Mensch-Teams von Team Trailer, die zum Einsatz kommen, absolvieren dafür eine zweijährige Ausbildung. Sie arbeiten freiwillig und ehrenamtlich. Zwischen fünf und zehn Stunden pro Woche investieren sie dabei in „das Hobby“. Prinzipiell lernen könne es jeder Hund, egal welche Rasse. „Auch mit sieben Jahren noch“, berichtet Trainer Andreas Stefan vom Verein TeamTrailer aus eigener Erfahrung.

Mit bis zu 300 Millionen Geruchsrezeptoren verfolgt ein Hund eine Fährte (Mensch: rund sechs Millionen). Als Referenzgeruch benötigt der Suchhund etwas wie eine Decke oder einen Kamm mit Haaren des vermissten Tiers, erklärt Stefan. Gesucht haben sie nicht nur entlaufene Hunde und Katzen. Auch eine Schildkröte und ein Esel seien schon gefunden worden. Die Aufklärungsquote habe 2019 (im letzten Jahr vor Corona) bei rund 75 Prozent von 275 Fällen gelegen. Mit ihren 28 geprüften Einsatz-Teams seien sie in ganz Niederbayern unterwegs, teils sogar bayernweit. Auch Polizei und Feuerwehr hätten sie schon unterstützt.

Und wann wird gesucht? „Wenn nach spätestens fünf Tagen das vermisste Tier noch nicht wieder da ist“, sagt Andreas Stefan. Länger sollte man nicht warten: Gerade an heißen Tagen könne eine Spur sonst abreißen. Bei konkreter Gefahr für das entlaufene Tier würden sie auch sofort ausrücken. Für den Tierbesitzer entsteht bei der Suche eine Aufwandpauschale von 35 Euro und Anfahrtspauschale. „Wir sind relativ gut beschäftigt, haben auch mal vier Anfragen pro Tag. Nicht immer macht es Sinn, dass wir ausrücken. Aber wir versuchen immer unser Möglichstes, um Mensch und Tier zu helfen und auch psychologisch durch telefonische Beratung zu unterstützen. Viele wissen oft nicht, was man noch tun kann.“ Keinesfalls sollte man die Suche nach einem vermissten Haustier vorschnell aufgeben: 14 Tage wären gar nichts, sagt Stefan, es fänden Tiere auch nach Wochen oder Monaten zurück.

Auch beim verschwundenen Kater Georgie aus Landshut sieht der Trainer die Sache noch positiv: „Wir sind zuversichtlich, dass der Casanova wieder auftaucht. Momentan hoffen wir auf Sichtungen.“

Der gemeinnützige Verein finanziert sich und die zur Haustiersuche benötigte Ausrüstung – etwa Wärmebildkameras – über Spenden (Spendenkonto: TeamTrailer Tier-und Personensuche e.V., IBAN: DE 96740618130005154138). Außerdem gebraucht: „Zur Verfügung gestellte Grundstücke, wo wir für Einsätze trainieren dürfen“, so Stefan. Weil die Einsätze auch gefährlich werden können, werden neben den Hund-Mensch-Teams auch freiwillige Einsatzhelfer benötigt, die der Verein dann ausbildet.