Fridays for Future

Klimastreik in Landshut: „Darf ums Verrecken nicht wahr sein!“

24.09.2021 | Stand 24.09.2021, 16:50 Uhr

Mindestens 200 Menschen waren wohl am Freitag beim Klimastreik dabei. −Foto: Mühlehnere

Von Corinna Mühlehner

Die Bewegung Fridays for Future rief weltweit zum Klimastreik auf. Auch in Landshut kamen rund 200 Leute vor der Wahl am Wochenende zusammen.

Das Publikum am Freitagnachmittag in der Altstadt war bunt gemischt. Und das nicht nur wegen der Fahnen, Banner und Schilder, die im abgesperrten Bereich kurz vor der Fußgängerzone zu sehen waren. Die Bewegung Fridays for Future hatte zum weltweiten Klimastreik aufgerufen, an dem sich auch die Landshuter beteiligten. „Ich bin überwältigt, wie viele Leute da sind“, sagte Sarah Schöps, die für den Organisator - die örtlichen Fridays-for-Future-Bewegung - das Wort ergriff. „Es ist hammer, dass Landshut wieder so geschlossen fürs Klima kämpft.“



Für 200 Personen war die Veranstaltung angemeldet - am Ende wurde diese Zahl wohl übertroffen. Die Masken- und Abstandspflicht nahmen Veranstalter und Teilnehmer sehr ernst. Das Wort hatten bei der Demonstration die Jugendlichen. Dem eindringlichen Appell zum Klimaschutz lauschten jedoch Teilnehmer und Zuschauer jeden Alters – selbst die Jüngsten waren vertreten und hielten selbstgebastelte Schilder hoch. Am Wochenende findet die Bundestagswahl statt - der globale Klimastreik habe in Deutschland deshalb eine noch bedeutendere Rolle, betonte Sarah Schöps.

Keine Partei habe ein Programm, das das Ziel von 1,5 Grad beim Stopp der Erderwärmung einhalte. „Aber manche reden nur – und manche sind ein bisschen besser als andere“, so die 17-Jährige. Die Klimakrise sei eine politische Krise und müsse auch politisch angegangen werden. „Ich könnte mich stundenlang darüber aufregen, wenn die Politiker sagen, wir Jugendlichen liegen ihnen am Herzen. Wenn das so wäre, dann müssten wir nicht hier stehen“, rief Sarah Schöps der Menge zu und bekam viel Applaus und Jubel als Antwort.

Klippe, auf die die Menschheit zurase

Die Aktivistin zählte die verschiedenen Auswirkungen des Klimawandels auf. Es sei eine Klippe, auf die die Menschheit zurase - und dabei nur zuschaue. „Das darf ums Verrecken nicht wahr sein!“, lautete Sarah Tschöps Fazit. Es gebe viele Gegenmaßnahmen, die man sofort umsetzen könne. „Die Karten sind alle ausgespielt. Deshalb: Wählt Klima!“, so Schöps.

Sie selbst sei noch nicht alt genug, um zu wählen. Umso wichtiger sei es für die Jugendlichen, dass die Menschen im wahlberechtigten Alter für sie wählten. „Schenkt uns eure Stimme“, bat Sarah Schöps.

Nach Abschluss der Reden versammelten sich die Teilnehmer in Zweierreihen. Unter Abstand und mit Masken marschierte der Demozug schließlich durch die Altstadt.