Sorgenfalten bei Landrat Peter Dreier

Ist das neue Landratsamt schon jetzt zu klein?

05.05.2021 | Stand 05.05.2021, 9:19 Uhr

Ein Entwurf des neuen Landratsamts in Essenbach. Foto: dasch zürn + partner

Die Planungen für das neue Landratsamt in Essenbach laufen auf vollen Touren. Im Sommer 2023 soll das 74-Millionen-Euro-Projekt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Eskara fertig sein und bald drauf bezogen werden. Allerdings entledigt sich der Landkreis Landshut mit dem Neubau nicht aller räumlicher Probleme.

Von Tobias Grießer

Landshut/Essenbach. Bei Landrat Peter Dreier sind jetzt erste Sorgenfalten auf der Stirn zu erkennen: „Wenn sich die Personalsituation so weiterentwickelt wie zuletzt, dann ist das neue Landratsamt auch in kürzester Zeit voll und schnell zu klein.“



Die neue Heimat der Landkreis-Behörde mit acht Abteilungen und rund 40 Sachgebieten ist auf 600 Mitarbeiter ausgelegt. Aktuell sind knapp 400 Angestellte im Amt in Achdorf beschäftigt – plus die Außenstellen von Tiefbau-Verwaltung in Rottenburg, des Kreisjugendamts in Altdorf, der Kfz-Zulassungsstelle beim TÜV in Ergolding und des Jobcenters in der Landshuter Lehbühlstraße sowie die Außenstellen in Vilsbiburg und Rottenburg. „Stand jetzt beschäftigt der Landkreis hier gut 500 Personen“, sagt Dreier zum Wochenblatt. „Tendenz deutlich steigend. Der Personalzuwachs ist unglaublich.“



Teilweise müsste aufgrund neuer Gesetze und Verordnungen personell aufgerüstet werden. Darüber hinaus versuche man, jedem Mitarbeiter so gut wie möglich entgegenzukommen. Dreier: „Bei den Löhnen können wir mit der freien Wirtschaft nicht konkurrieren. Deshalb erfüllen wir bei den Arbeitszeiten alle Wünsche, wo es geht.“ Was zur Folge hat, dass es im Landratsamt aktuell 210 verschiedene Arbeitszeit-Modelle gibt.



Der Landshuter Landrat sieht deshalb jetzt die Zeit gekommen, eine genaue Analyse und einen Prozess zu starten, um eine effektivere Verwaltung zu erreichen. „Wir müssen viele Dinge optimieren und sehen, wo wir Abläufe umstrukturieren und verbessern können“, so Dreier.



Der Landrat sieht ansonsten die Gefahr, dass „das neue Landratsamt gleich beim Einzug aus allen Nähten platzt. Wenn wir nichts tun, bläht sich das Landratsamt immer weiter auf.“ Auch wenn der von ihm angestrebte Optimierungsprozess jetzt mit viel Aufwand verbunden sei, werde sich dies auf lange Sicht rechnen. Peter Dreier: „Das Ziel muss sein, dass der Mitarbeiter-Stamm auf einem relativ konstanten Level gehalten werden kann und wir eine effektivere Verwaltung und effektivere Prozesse bekommen!“ Und natürlich: Dass das neue Landratsamt nicht von vornherein zu klein ist.