Hinweise für Mittwochmorgen

Feuerwehr Landshut bittet nach Unwetter: Das sollten Sie beachten

30.06.2021 | Stand 30.06.2021, 9:09 Uhr

Kniehoch stand das Wasser zum Teil in Landshut. −Foto: News5

Massives Unwetter hat am Dienstagabend während des EM-Spiels Deutschland-England vor allem in Landshut für Verletzte, massive Schäden und zahlreiche Einsätze von Feuerwehr und THW gesorgt.





Eine Fotostrecke der Schäden sehen Sie hier





Besonders dramatisch war die Lage im Bereich der Wildbachstraße, wo Personen aus von den Wassermassen eingeschlossenen PKWs befreit werden mussten. Dabei wurde laut Feuerwehr mindestens eine Person verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert, mehrere Personen erlitten einen Schock. Auch im Rosental stürzte sich wieder eine massive Flutwelle mit Baumstämmen und mitgerissenen Straßenschildern bis zum Rossbach, der dieses Mal die Wassermassen nicht mehr fassen konnte und an mehreren Stellen über die Ufer trat und benachbarte Anwesen überflutete. „Mehrere Straßen im Bereich Achdorf, Schönbrunn und Frauenberg sind aktuell und sicherlich auch noch am Mittwoch nicht passierbar“, teilte die Feuerwehr noch in der Nacht mit.



Weil die Zahl der Einsätze so hoch war, wurden Hilfskräfte aus anderen Regionen mit angefordert.



Noch in der Nacht gab die Feuerwehr wichtige Hinweise für den Mittwochmorgen:


- Bitte halten sie sich unbedingt an die aufgestellten Absperrungen
- Viele Straßen sind massiv beschädigt und unpassierbar
- Riskieren Sie keine Fahrten in verschlammte Bereiche bzw. in ausgespülten bzw. unterspülten Straßen.
- Vermeiden Sie grundsätzlich nicht notwendige Fahrten im Stadtgebiet
- Wägen Sie beim Notruf ab, ob es sich wirklich um einen Einsatz für die Feuerwehren handelt.



Der Landshuter OB machte sich ein Bild von der Lage



Auch OB Alexander Putz und der zweite Bürgermeister Thomas Haslinger machten sich am späten Dienstagabend noch ein Bild der Lage und besichtigen einige Einsatzstellen. „Eine abschließende Bilanz dürfte frühestens im Laufe des Mittwochvormittags möglich sein“, schreibt die Feuerwehr. Und: „Die Landshuter Feuerwehr dankt an dieser Stelle schon einmal allen Feuerwehren aus dem Landkreis Landshut und dem Landkreis Freising, sowie den THW Kräften aus Landshut, Ergolding und Freising für die gute und schnelle Zusammenarbeit sowie die Unterstützung in Landshut.“



Zwischen 17.30 Uhr und 20.45 sind Feuerwehr und Rettungsdienst nach Angaben der Leitstelle in Landshut zu knapp 650 Einsätzen ausgerückt. Später seien nur noch einzelne dazugekommen. Viele werden das Ausmaß der Schäden erst am Morgen erkennen, wie Mirko Olzem von der Integrierten Leitstelle sagte. Im Jahr 2016 habe es ein ähnliches Unwetter in der Ortschaft Essenbach in der Nähe von Landshut gegeben.



So war die Lage in Rosenheim





Ein Sprecher der Polizei im oberbayerischen Rosenheim berichtete von auf Straßen und Autos gestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellern. Die Feuerwehr in München verzeichnete nach eigenen Angaben bis zum Abend rund 75 Einsätze. Es seien Keller und Unterführungen vollgelaufen. Starker Wind habe Äste abgebrochen, der Verkehr sei behindert worden.



Auch in der Oberpfalz wüteten die Gewitter



Auch in der Oberpfalz wüteten die Sommergewitter. Die Leitstelle verzeichnete im gesamten Regierungsgebiet binnen weniger Stunden 200 Notrufe. Vor allem waren umgestürzte Bäume die Ursache. Auf der Bahnstrecke Regensburg-Ingolstadt fiel ein Baum auf die Oberleitung, ein Zug musste anhalten, die Fahrgäste mussten auf Busse umsteigen, berichtete die Polizei. Im Kreis Neumarkt stürzte eine Stallung ein. Weder Menschen noch Tiere wurden verletzt. In Mantel (Kreis Neustadt an der Waldnaab) musste die Feuerwehr einen verletzten Habicht zum Tierarzt bringen.



Bahnverkehr betroffen



In Lindau am Bodensee wurde die Anlage einer Gartenschau beschädigt, wie die Veranstalter mitteilten. Es knickten Äste von Bäumen ab, stürzten Bauzäune um und gingen Türen von Gewächshäusern zu Bruch. Die Schau sollte am Mittwoch wie geplant öffnen können.

Im Bahnverkehr waren Verbindungen zwischen Stuttgart und München, Stuttgart und Nürnberg, zwischen Erfurt, Nürnberg und München, zwischen Fulda und München sowie zwischen Frankfurt (Main) und Passau betroffen. Sie seien vorübergehend eingestellt worden. Die Nachtzüge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) von und nach Amsterdam, Brüssel, Innsbruck und Wien fallen aus, wie die Bahn weiter mitteilte. Noch fahrende Fernzüge seien teilweise sehr voll. Dafür werde um Verständnis gebeten, hieß es. Reisende wurden gebeten, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung zu informieren.

Im bayerischen Regionalverkehr wurden mehrere Strecken gesperrt und der Zugverkehr eingestellt, darunter waren zum Beispiel die Strecken zwischen Landshut und Plattling (Landkreis Deggendorf), zwischen München und Buchloe (Landkreis Ostallgäu) und zwischen Nürnberg und Schwabach, wie es auf der Internetseite der Bahn hieß.





Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor erklärt, von Südwesten her zögen bis in die Nacht zum Mittwoch weitere Unwetter über die Südhälfte des Freistaats. Im Alpenvorland drohten Hagelschauer mit Körnern bis zu fünf Zentimeter Durchmesser und Orkanböen bis zu 120 Stundenkilometer. In der Nacht zum Mittwoch würden die Gewitter langsam nach Nordosten abziehen, sagten die Meteorologen voraus.

− dpa/kse