Millionenprojekt in Landshut

Europaweit einzigartig: Bau von Wohnanlage für Alleinerziehende startet

14.07.2021 | Stand 14.07.2021, 18:34 Uhr

Am Dienstag fand mit Europaabgeordneten Manfred Weber (Mitte), Bürgermeister Thomas Haslinger (5. v. r) und Regierungspräsidenten Rainer Haselbeck (4. v. r.) der Spatenstich für die neue Wohnanlage statt. −Foto: Waberski/Stadt Landshut

In Landshut entsteht ein europaweit einzigartiges Wohnprojekt speziell für alleinerziehende Eltern, die in Pflegeberufen arbeiten. Am Dienstag erfolgte der Spatenstich für den Bau einer Wohnanlage.

2019 hat Landshut als erste und einzige Stadt in ganz Deutschland von der EU-Kommission eine millionenhohe Förderzusage erhalten. Die Idee „home and care“ setzte sich gegen 174 eingereichte Projekte aus 23 Mitgliedstaaten durch und wird mit rund fünf Millionen Euro an EU-Fördergeldern unterstützt.

Armutsrisiko von Alleinerziehenden bekämpfen

Mit dem EU-Projekt will die Stadt Landshut das Armutsrisiko von Alleinerziehenden bekämpfen, die in Pflegeberufen oder in der Kinderbetreuung arbeiten. Denn vor allem Gesundheits- und Pflegeberufe, die eine besondere zeitliche Flexibilität erfordern, stellen Alleinerziehende vor die Herausforderung, das Familienleben mit dem Arbeitsleben in Einklang zu bringen, so die Stadt in einer Pressemitteilung.

Ein wichtiger Schritt in der Projektumsetzung ist der Bau einer Wohnanlage mit 20 Wohnungen auf dem Grundstück der Hl. Geistspitalstiftung der Stadt an der Marienburger Straße. Entstehen soll ein Gebäude, in dem Alleinerziehenden aus den Pflege- und Erziehungsberufen mit alleinerziehenden Tagesmüttern „Tür an Tür“ wohnen. Zusätzlich werden sich im Erdgeschoss des Gebäudes Räume für vier Großtagespflegen befinden.

Großtagespflegen und Wohnpartnerschaften kombiniert

Die Kombination aus Großtagespflegen und Wohnpartnerschaften in einem einzigen Gebäude ermögliche eine neue Form der flexiblen Kinderbetreuung, die von einer regulären Kindertagesstätte nicht erreicht werden kann, erklärt die Stadt.

Europaabgeordneter Manfred Weber war beim Spatenstich dabei und hat gemeinsam mit Oberbürgermeister Alexander Putz, Regierungspräsident Rainer Haselbeck, Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger, Stadtrat Rudolf Schnur, dem Leiter des Sozialreferats, Dr. Matthias Kurbel, und weiteren Projektpartnern zum Spaten gegriffen. Darunter war auch die Ideen- und Konzeptgeberin des Projekts, ZAK-Vorsitzende Ele Schöfthaler, die sich seit Jahren für flexible Betreuungsangebote einsetzt und hilfesuchende Frauen und Familien unterstützt. Mit dabei waren auch die am Bauvorhaben beteiligten Architekten und Firmenvertreter. Die Fertigstellung des Wohnprojekts ist im Sommer 2022 vorgesehen.

− red