„Eine schwere Entscheidung“

Das Further Alten- und Pflegeheim schließt zum 30. April

19.02.2021 | Stand 19.03.2021, 13:09 Uhr

Heimleiter Peter Herzig muss die Einrichtung zum 30. April schließen. Foto: Grießer

Jetzt ist es also raus: Das Caritas Alten- und Pflegeheim in Furth wird zum 30. April geschlossen. Dies hatte die Gesellschafterversammlung am Mittwoch in einer Sondersitzung beschlossen. Bis zuletzt hatten Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige gehofft, länger bleiben zu können.

Von Tobias Grießer

Furth. Im Rahmen einer am Donnerstag kurzfristig anberaumten Pressekonferenz überbrachten Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann, Mechthild Hattemer (Geschäftsführerin Caritas Wohnen und Pflege gGmbh) und Heimleiter Peter Herzig die unschöne Nachricht. Weißmann: „Die Gesellschafterversammlung hat am Mittwoch einstimmig beschlossen, dass das Alten- und Pflegeheim in Furth zum 30. April den Betrieb einstellt.“ Es ist also Gewissheit, was Bewohner und Angehörige befürchtet hatten.



Weißmann weiter: „Die extrem angespannte Personalsituation zwingt uns zum Handeln. Eine baldige Schließung ist unumgänglich.“ Ihm sei bewusst, was diese Entscheidung für Menschen, Angehörige und Mitarbeiter bedeute. Doch zum Jahreswechsel habe sich die Lage noch einmal verschärft. „Dies ist natürlich eine schwere und unpopuläre Entscheidung, aber ein verantwortungsvoller Betrieb ist nicht mehr möglich“, so der Diözesan-Caritasdirektor weiter.



Ein sicheres Aufrechterhalten des Betriebs sei unter den gegebenen Umständen nicht mehr zu gewährleisten, sagt Mechthild Hettemer. „Wir haben hohe Ansprüche an die Versorgungsqualität. Dazu gehört auch eine ausreichende Fachkraftquote.“



In der weiteren Umgebung von Furth stünden mehrere Caritas-Einrichtungen – zum Beispiel in Essenbach, Mainburg oder Geisenfeld – zur Verfügung, die laut Mechthild Hettemer sofort alle 35 Bewohner aufnehmen können.



„Wir alle tragen viele Überstunden mit uns herum“, schilderte Heim- und Pflegedienstleiter Peter Herzig, der den personellen Engpass tagtäglich am eigenen Leib spürt. „Sollten weitere Fachkräfte ausfallen, könnten wir eine Versorgung nicht mehr gewährleisten.“ Im schlimmsten Fall müsse das Further Seniorenheim – in dem es bislang noch keinen einzigen Corona-Fall gegeben habe – evakuiert werden.



Und wie geht es mit Peter Herzig selbst weiter? „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“ Für ihn, so Mechthild Hettemer, gebe es auch einen Arbeitsplatz in einer anderen Caritas-Einrichtung – oder Herzig könne vielleicht im Further Heim, das der Caritas gehört, weiter arbeiten. Derzeit denke der kirchlich-soziale Träger über eine neue Verwendung – mit deutlich weniger Fachkräften – nach.