Studie der Hochschule

Angebote für Wohnungslose in Landshut: Es besteht Handlungsbedarf

17.07.2021 | Stand 17.07.2021, 18:01 Uhr

Studierende der Hochschule Landshut haben in einer Studie die Angebote für Wohnungslose in Freising und Landshut untersucht. −Foto: KMFV

Studierende der Hochschule Landshut haben in einer Studie die Angebote für Wohnungslose in Freising und Landshut untersucht. Das Ergebnis: Es besteht Handlungsbedarf.

Unter der Projektleitung von Prof. Dr. Katrin Liel setzten sich 16 Studierende mit dem Thema Wohnungslosenhilfe auseinander. Das Ziel war, eine Bedarfsanalyse über die Angebote in Stadt und Landkreis Landshut sowie im Landkreis Freising. Darüber informiert die Hochschule in einer Pressemeldung. Unterstützt wurde die Hochschule dabei vom Katholischen Männerfürsorgeverein München (KMFV).

In Landkreisen und Städten fehlen Angebote

„Die Unterbringung von wohnungslosen bzw. von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen ist ordnungsrechtlich eine Aufgabe von Gemeinden“, sagt Liel. Bayernweit würden in verschiedenen Landkreisen und kreisfreien Städten aber sowohl präventive Angebote zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit als auch Betreuungsmöglichkeiten in gemeinschaftlichen Notunterkünften fehlen.

Ein Online-Fragebogen ging an 42 Ansprechpersonen aus den Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften, Märkten und Städten Landshut, Moosburg, Rottenburg an der Laaber und Vilsbiburg. „Aus den Befragungsergebnissen konnten wir in den Feldern Kooperation, Erreichbarkeit, Unterkünfte und Inhaltliche Hilfe vier Kernaussagen erarbeiten“, so Liel.

Kernaussagen der Studie

Die Mehrheit der Studienteilnehmer sagt, dass keine Kooperation mit den Hilfesystemen stattfindet - hier zeige sich ein Ausbaupotenzial an Vernetzung. Besonders gelte das für den Landkreis Landshut. Die Kontaktaufnahme sei bei der überwiegenden Mehrheit der Studienteilnehmer nur zu Öffnungszeiten möglich. Gleichzeitig liege die Auslastung der Unterkünfte im Mittel nur bei 50 Prozent. Die meisten Personen haben als Selbstmelder vermutlich nicht zu den Öffnungszeiten einen Hilfebedarf, so die Hochschule.

37 Prozent der Gemeinden aus dem Landkreis Landshut und 20 Prozent der Gemeinden aus dem Landkreis Freising können der Studie zufolge in ihrer Gemeinde keine Unterkünfte für obdachlose Menschen zur Verfügung stellen, obwohl sie es eigentlich müssten. Wenn Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden können, dann sei die Ausstattung zwar insgesamt ausreichend, aber dennoch ausbaufähig. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Bedarf als ansteigend eingeschätzt wird. Die Studie zeigte, dass die hilfesuchenden Personen eher jünger und damit im arbeitsfähigen Alter sind und eher länger - durchschnittlich sechs Monate - in den Unterkünften der Gemeinde bleiben.

− red