Die Folgen des Cannabiskonsums

16.03.2021 | Stand 18.03.2021, 16:51 Uhr

Foto von Elsa Olofsson von Pexels

Während CBD (Cannabidiol) in Deutschland frei erhältlich ist, unterliegt THC (Tetrahydrocannabinol) immer noch dem Betäubungsmittelgesetz. Die Cannabinoide stammen beide von der Hanfpflanze ab, ihre Wirkungen auf den menschlichen Organismus könnten aber nicht unterschiedlicher sein. CBD genießt vor allem in der Alternativmedizin großes Ansehen und wird in sämtlichen Bereichen von der Schmerz- bis hin zur Angsttherapie eingesetzt. THC hingegen besitzt einen schlechten Ruf und wird oftmals mit Exzessen in Verbindung gebracht.


THC und seine Wirkung auf den menschlichen Körper

Cannabis oder Marihuana gilt mittlerweile auf der ganzen Welt als die meist konsumierte (illegale) Droge. Auch in Deutschland wird gerne Marihuana geraucht: 7,3 Prozent der Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren konsumieren Cannabis. Unter den Erwachsenen von 18 bis 25 Jahren sind es 15,3 Prozent. Die Diskussion um die Legalisierung der Droge entflammt immer wieder und es gibt zahlreiche Befürworter. Dennoch können die gesundheitlichen Risiken von Cannabis nicht verschwiegen werden.

Das Cannabinoid THC lässt sich im Fettgewebe des menschlichen Körpers nieder und kann somit noch nach Wochen nachgewiesen werden. Es dockt an die Cannabinoid-Rezeptoren Typ 1 an, die hauptsächlich in den zentralen und peripheren Nervenzellen angesiedelt sind.

Der Konsum von Marihuana hat eine psychoaktive Wirkung zur Folge. Dieses Hanf Magazin verrät, dass Konsumenten sehr oft einen High-Zustand erleben, der zu einem erfreulichen Hochgefühl führt. Doch jeder Mensch reagiert anders und so sind auch Herzrasen oder Paranoia Effekte des Konsums.


Psychische Risiken
Da die CB1-Rezeptoren eng mit dem zentralen Nervensystem verbunden sind, kann der Cannabiskonsum auch psychische Probleme bedingen. Wissenschaftler vermuten, dass der CB1-Rezeptor eine zentrale Rolle bei der Entstehung einer Schizophrenie einnimmt. Durch die Stimulation der Rezeptoren mithilfe des Cannabis werden die Interneurone im ventralen Tegmentum gehemmt und das limbische System wird zu einer erhöhten Aktivität angeregt. Infolgedessen können Halluzinationen und Wahnvorstellungen eintreten. Weiterhin kann Cannabis auch die Ursache für ein Dopamin-Ungleichgewicht sein, das häufig bei Schizophrenie-Patienten beobachtet wird.

THC kann zudem eine Abhängigkeit auslösen, deren Folge unangenehme Entzugssymptome sind. Die Betroffenen verlieren nach und nach die Kontrolle über ihren Alltag und werden häufig zu sozialen Außenseitern.

Besonders anfällig für die psychischen Risiken des Cannabiskonsums sind Jugendliche. Sie befinden sich noch im Wachstum und das Gehirn gleicht einer Großbaustelle.


Physische Risiken
Doch nicht nur die Psyche wird in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch der Körper. Marihuana kann chronische Atemwegserkrankungen hervorrufen, den IQ-Wert senken und die Gehirnleistung beeinträchtigen. Wer recht früh mit Marihuana, Hasch-Cookies und Co. anfängt, muss sogar dauerhafte Hirnveränderungen in Kauf nehmen.

Cannabis in der Medizin
Cannabis ist schon seit Jahrtausenden in der Medizin im Einsatz. Auch in Deutschland kursieren bereits diverse verschreibungspflichtige Arzneimittel mit dem umstrittenen Stoff. So gibt es ein Cannabis-Mundspray, das bei Verkrampfungen und Spastiken Abhilfe leisten kann. Im Kampf gegen Krebs wird ein Medikament verwendet, welches unter anderem Nabion und THC beinhaltet. Es bekämpft Übelkeit und Erbrechen und kann chronische Schmerzen während der Chemotherapie lindern.


Cannabis besitzt ein großes therapeutisches Potenzial
Während CBD vor allem bei Angstpatienten und Suchtproblemen wirkt, liegt der Fokus in der Anwendung von THC zu therapeutischen Zwecken anderweitig. Klinischen Studien zufolge kann Cannabis positive Effekte bei diversen Krankheiten bezwecken. So klagen sowohl Patienten von Morbus Alzheimer als auch von HIV/Aids über anhaltende Appetitlosigkeit. Das Gewicht der Betroffenen reduziert sich immer weiter, was den ohnehin schon geschwächten Körper zusätzlich belastet. Eine regelmäßige Einnahme von Cannabis-Präparaten kann zu einer Gewichtszunahme führen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern.


Cannabis – Droge oder Heilmittel?
Auch wenn sich Deutschland und viele andere Länder hartnäckig gegen die Legalisierung von Cannabis wehren, kann nicht von der Hand gewiesen werden, dass THC auch Vorteile besitzt. Es empfiehlt sich, die Forschung rund um die Cannabinoide voranzutreiben, um den besten Nutzen aus THC ziehen zu können.

Schlussendlich sollte der psychoaktive Stoff vor allem von Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden.



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