Landrat positiv eingestellt

Corona-Lage in Dingolfing-Landau - Ist das Schlimmste wirklich jetzt vorbei?

12.10.2021 | Stand 12.10.2021, 17:40 Uhr

Landrat Werner Bumeder ist optimistisch. −Foto: LRA

Von Bernhard Nadler

Seit einiger Zeit steigt die Inzidenz im Landkreis Dingolfing-Landau wieder an und seit ein paar Tagen liegt sie über der 100er-Marke. Insofern mutete eine Aussage von Landrat Werner Bumeder am Montag in der Sitzung des Kreisausschusses durchaus etwas seltsam an.

Der Landrat freute sich, dass der Ausschuss und viele Experten sowie Besucher für einen großen Rahmen sorgten. Dann stellte er diese These auf: „So viele waren wir schon lange nicht mehr. Ich freue mich, dass wir in so starker Präsenz tagen können. Vielleicht ist das auch ein Zeichen, dass wir das Schlimmste von Corona schon überwunden haben.“ Am Dienstag hatte der Landkreis 100,8 Inzidenz laut RKI, am Mittwoch wurde sie sogar mit 131,63 gemeldet. Das ist der höchste Wert seit dem 19. Mai diesen Jahres. Deshalb erklärte Bumeder: „Diese Hoffnung habe ich nach wie vor, obwohl die Zahlen derzeit wieder ansteigen.“


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Er relativierte die vom RKI gemeldeten Zahlen. Das seien lediglich positive Coronafälle in der Sieben-Tage-Inzidenz. Wichtig ist seiner Meinung nach: „Nicht stärker steigend ist die Belegung der Krankenhäuser, der Intensivbetten.“ Seiner Meinung nach ist am wichtigsten, dass es keine schwer erkrankten Menschen im Landkreis gebe. „Das wäre auch der Indikator für Einschränkungen, für die Hospitalisierungsrate“, erklärt er. „Bei der entsprechenden Ampel sind wir von Schwellenwerten, dass es auf gelb oder rot schalten würde, sehr, sehr weit entfernt“, gibt er Entwarnung.

Bei der Sitzung blickte der Rechnungsprüfungsausschuss auf das Jahr 2020 zurück. Der Vorsitzende Udo Egleder erklärte, dass alle Corona-Maßnahmen eine staatliche Aufgabe waren. Egleder: „Wir müssen genau schauen, ob der Staat wirklich alle Zahlungen tätigt.“ Gerade bei der Nachbesetzung von Staatsbediensteten im Landratsamt halte sich der Freistaat fein zurück. Diese Arbeiten und demzufolge Kosten übernehme immer wieder der Landkreis, mahnte Egleder an. Bumeder entgegnete: „Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder niemanden dafür einzustellen und die Aufgaben als unerledigt liegen zu lassen. Das ist nicht unser Ansatz. Die Verwaltung muss funktionieren. Deshalb werden die Personalstellen entsprechend besetzt, damit wir unsere Aufgaben für die Bürger erfüllen können. Dafür sind wir da.“

Der Landkreis müsse sich dabei auch nicht verstecken, stellte der Landrat klar, trotz Corona, trotz erschwerter Bedingungen habe man die meisten Aufgaben sehr gut erledigt.