29.03.2020, 20:15 Uhr

Stichwahl in Krisenzeiten Alexander Putz bleibt Oberbürgermeister von Landshut

Oberbürgermeister Alexander Putz. Foto: SchmidOberbürgermeister Alexander Putz. Foto: Schmid

In einer historisch einzigartigen Stichwahl hat sich der Amtsinhaber gegen seine Rivalin durchgesetzt: Alexander Putz (FDP) bleibt Oberbürgermeister von Landshut, er holte 70,4 Prozent der Stimmen. Seine Herausforderin Sigi Hagl (Grüne) landete bei 29,6 Prozent.

Landshut. „Ich bin sehr zufrieden. Das ist ein deutlicher Vertrauensbeweis“, so Putz, nachdem klar war, dass er die Wahl mit deutlichem Vorsprung gewonnen hat. „Mir ist in diesen Zeiten bewusst, was dieses Vertrauen für eine Verantwortung bedeutet.“ Er werde in den nächsten sechs Jahren sein Bestes geben, um dem gerecht zu werden. Erfreut war Putz, dass die Wahlbeteiligung mit 55,8 Prozent höher lag als beim ersten Wahlgang. Vor zwei Wochen hatten nur 45,5 Prozent der 55.445 Wahlberechtigten abgestimmt. Das zeige, dass der Mehrheit der Bürger wichtig gewesen wäre, wer die Stadt in Richtung Zukunft führen soll.

Wahlverliererin Hagl nahm ihre Niederlage sportlich. „Das ist sicher nicht mein Wunschergebnis. Angesichts der schweren Zeiten im Moment war aber einfach nicht mehr drin“, sagte sie. Sie kann sich damit trösten, dass die Grünen bei den Kommunalwahlen vor zwei Wochen erstmals als stärkste Kraft in den Stadtrat gewählt worden sind. Dort wollen sie in den nächsten Jahren ihre Rolle als „ökologische und soziale Taktgeber“ voll ausfüllen.

Die Stichwahl wurde von der Corona-Krise in Landshut überschattet. Seit Tagen nimmt die Zahl der Infizierten in der Region zu, ebenso die Zahl der Patienten, die stationär behandelt werden müssen.

Bereits vor zwei Wochen hatte sich abgezeichnet, dass die Corona-Epidemie auch in Landshut das alles beherrschende Thema werden würde. Die OB-Stichwahl war im Stadtgeschehen in den letzten Tagen eigentlich nur noch Nebensache. „Die Menschen haben jetzt andere Probleme“, sagte Putz, kurz nachdem das Ergebnis am Sonntag, 15. März, feststand. Gleichzeitig kündigte er damals an, keinen Wahlkampf mehr führen zu wollen.

Der Amtsinhaber hatte im ersten Wahlgang 45,5 Prozent der Stimmen geholt und die absolute Mehrheit verpasst. Hagl konnte 22,6 Prozent der Stimmen für sich verbuchen und landete auf dem zweiten Platz. Die ehemalige Grüne Landes-Chefin zwang den Amtsinhaber damit in die Stichwahl, schaffte immerhin das „Etappenziel“, das sie sich vorgenommen hatte. Letztendlich unterlag sie doch deutlich.


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