27.09.2020, 11:44 Uhr

Kultur Kommt die Landesausstellung 2026 vielleicht nach Straubing?

Das ehemalige Karmelitenkloster in Straubing soll als Standort den Campus der Technischen Universität München erweitern.  Foto: Julian GuggeisDas ehemalige Karmelitenkloster in Straubing soll als Standort den Campus der Technischen Universität München erweitern. Foto: Julian Guggeis

Das Thema „Bayerische Landesausstellung“ ist gerade in aller Munde: Wegen der Corona-Pandemie kann die Ausstellung im kommenden Jahr nicht, wie geplant, auf Schloss Herrenchiemsee stattfinden. Mit den Corona-Beschränkungen wären hier zu wenige Besucherinnen und Besucher möglich. Nun wird man nach Regensburg gehen. Zeitgleich mit dieser Entscheidung wurde beschlossen, dass 2024 die Landesausstellung in Freising stattfindet. Nun wirft auch die Stadt Straubing ihren Hut in den Ring, man plant, sich für das Jahr 2026 zu bewerben.

Straubing. Peter Stranninger, SPD-Stadtrat, ist begeistert – eine seiner Ideen, die er nun schon seit etwa acht Jahren mit sich herumträgt, wird nun behandelt – erste positive Reaktionen gibt es schon, der Kultur- und Partnerschaftsausschuss hat in seiner Sitzung am 21. Juli das Vorhaben, sich als Standort für die Landesausstellung 2026 zu bewerben, einstimmig befürwortet. Am Montag, 21. September, folgte die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Auch hier gab es ein positives Ergebnis für eine Bewerbung. Nun muss der Stadtrat am Montag, 28. September, entscheiden, wo die Reise hingeht.

Die Landesausstellungen gibt es seit dem Jahr 1976. Straubing war 1992 zum Thema „Bauern in Bayern“ Standort. Nun will man die Ausstellung erneut in die Gäubodenstadt holen, erste Themenideen gibt es auch schon: das Mittelalter, die Wittelsbacher, starke Frauen wie zum Beispiel Agnes Bernauer ... Ideen gäbe es viele.

Peter Stranninger favorisiert das Thema „Klosterwelten“ – in der Stadt Straubing und auch im Landkreis Straubing-Bogen gibt es viele (ehemalige) Klöster. Gerade das ehemalige Karmelitenkloster in Straubing, das als weiterer Standort des Campus der Technischen Universität München vorgesehen ist, würde sich hier gut eignen. Der Freistaat müsse das Gebäude ja ohnehin sanieren und umbauen, um es für eine Hochschulnutzung herzurichten. Als Zwischennutzung könne man sich eine Landesausstellung vorstellen, so Stranninger.

Straubings dritter Bürgermeister Werner Schäfer (SPD) hat bereits Kontakt mit dem Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Dr. Richard Loibl, aufgenommen. „Dr. Loibl signalisierte Interesse und verwies auf 2026 als mögliches Ausstellungsjahr. Der Kontakt vertiefte sich durch ein persönliches Gespräch im Museum für Bayerische Geschichte in Regensburg“, berichtet Schäfer.

Die positiven Aspekte einer solchen Landesausstellung liegen auf der Hand: Stranninger denkt an die vielen Besucherinnen und Besucher, die diese Ausstellungen anschauen wollen. Schäfer sieht hier eine mögliche Steigerung des Bekanntheitsgrades der Stadt Straubing. Die touristische Anziehungskraft einer Landesausstellung bringe so auch einen wirtschaftlichen Gewinn mit sich.

Auch Schäfer sieht einen Vorteil in einer möglichen Restaurierungsmaßnahme, die Anlass für eine Landesausstellung sein könnte. „In Straubing könnte das die Wiederbelebung des Karmelitenklosters mit entsprechenden Maßnahmen durch die Universität/TUM-Campus oder auch die Wiederherstellung des Rathauses mit dem Historischen Rathaussaal sein. Straubing verfügt auch sonst durch den Rittersaal des Herzogschlosses und das Museum über Ausstellungsräume“, sagt Schäfer.

Bei solchen Plänen stellt sich auch immer die Frage nach den Kosten. Wie müsste sich die Stadt Straubing an der Umsetzung einer Landesausstellung beteiligen? Dazu gibt es aktuell noch keine Angaben. Stranninger rechnet damit, dass sich die Stadt an den Kosten beteiligt, Bürgermeister Schäfer geht davon aus, dass schon zur Sitzung des Stadtrates am Montag, 28. September, eine finanzielle Beteiligung der Stadt abgeklärt worden ist.


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