10.01.2019, 09:31 Uhr

Religion ist auch Partei „Nathan der Weise“ am Landestheater Niederbayern

Stefan Sieh (Tempelherr), Katharina Elisabeth Kram (Sittah), Julian Ricker (Sultan Saladin), Joachim Vollrath (Nathan), Mona Fischer (Recha). (Foto: Peter Litvai)Stefan Sieh (Tempelherr), Katharina Elisabeth Kram (Sittah), Julian Ricker (Sultan Saladin), Joachim Vollrath (Nathan), Mona Fischer (Recha). (Foto: Peter Litvai)

Premiere im Straubinger Theater am Hagen ist am Dienstag, 29. Januar.

STRAUBING Lessings dramatisches Gedicht „Nathan der Weise“ hat auch nach fast 250 Jahren nichts von seiner Aktualität verloren. Im Licht der aktuellen Ereignisse seit dem Sommer 2015 ist er geradezu ein Muss auf jedem Theaterspielplan. Premiere im Straubinger Theater am Hagen ist am 29. Januar 2019 um 19.30 Uhr.

Der jüdische Kaufmann Nathan lebt mit seiner Adoptivtochter Recha in Jerusalem. In dieser Stadt der drei monotheistischen Weltreligionen ist das Leben nicht einfach: Als in seinem Haus ein Feuer ausbricht, wird Recha von einem christlichen Tempelritter gerettet. Nathan gerät unversehens in einen Strudel aus Vergangenheit, Gegenwart, Politik und Religion. Der Tempelritter und Recha entwickeln Gefühle für einander – für den christlichen Patriarchen von Jerusalem ein Unding. Er will den jungen Mann zum Werkzeug seiner Politik gegen den Sultan machen. Auch der Sultan hat ein ganz eigenes Interesse an dem jungen Ritter. Nathan steht unversehens in einem Irrgarten aus Intrigen, die zum Teil sogar sein Leben bedrohen. Persönliche Motive vermischen sich mit Religion und Weltpolitik. Der Mensch ist nur ein Spielball der Mächtigen. Doch Nathan verliert nie seine Würde und seinen Glauben an den Menschen.

Gotthold Ephraim Lessing schrieb „Nathan der Weise“ als Reaktion auf eine intensiv geführte Religionsdebatte innerhalb der deutschen protestantischen Kirche. Er lehnte deren Dogmatismus ab und plädierte für eine Hinwendung zu Ethik und einem eher universellen Verständnis der Religion. Sein Protagonist Nathan, ein Porträt seines Freundes, des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn, ist ein Mahner für Toleranz. Gerade heute brauchen wir so einen Mahner wieder ganz besonders.

Regisseur Claus Tröger holt Lessings Stück in die Gegenwart. Heute hat es uns mindestens genau so viel zu sagen, wie zu seiner Entstehungszeit. Joachim Vollrath ist in der Titelrolle zu sehen, Julian Ricker und Katharina Elisabeth Kram als Sultan Saladin und seine Schwester Sittah, Stefan Sieh als Tempelherr. Des Weiteren stehen Kammerschauspielerin Ursula Erb, Mona Fischer, Klemens Neuwirth, Reinhard Peer und Olaf Schürmann auf der Bühne.

Premiere im Straubinger Theater am Hagen ist am Dienstag, den 29. Januar 2019 um 19.30 Uhr. Eine kostenlose Kurzeinführung gibt es im Foyer um 18.45 Uhr. Ein weiteres Mal ist das Schauspiel am 30. Januar um 19.30 Uhr zu sehen. Karten gibt es in der TouristInfo der Stadt Straubing, Fraunhofer Straße 27 und an der Abendkasse ab einer Stunde vor der Vorstellung. Es gilt der Straubing-Pass. Reservierung werden sieben Tage vor Vorstellungsbeginn berücksichtigt..


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