21.09.2018, 09:07 Uhr

„Unverhofft kommt oft das Glück“ „Der Vetter aus Dingsda“ im Theater am Hagen in Straubing

„Der vetter aus Dingsda“: (v.li.) Emily Fultz (Hannchen), Maria Pitsch (Julia), Jeffrey Nardone (Fremder). Foto: Litvai  (Foto: Peter Litvai)„Der vetter aus Dingsda“: (v.li.) Emily Fultz (Hannchen), Maria Pitsch (Julia), Jeffrey Nardone (Fremder). Foto: Litvai (Foto: Peter Litvai)

„Der Vetter aus Dingsda“ im Theater am Hagen in Straubing

Straubing. Die Musiktheater-Spielzeit in Straubing beginnt heuer mit amerikanischen Tanzrhyth-men der „Roaring Twenties“ und einer der beliebtesten Operetten des letzten Jahrhunderts: Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“.

Schon seit sieben Jahren wartet Julia de Weert auf die Rückkehr ihrer Sandkastenliebe Roderich, der vor sieben Jahren auf und davon ist – nach „Dingsda“ alias Batavia. Obgleich sie seither nichts mehr von ihm gehört hat, zweifelt sie nicht an der Beständigkeit ihrer gegenseitigen Liebe. Doch Onkel Josse und Tante Wimpel haben andere Pläne mit ihrem Ziehkind: Sie wollen, dass Julia ihren Neffen August Kuhbrot heiratet, damit das Geld in der Familie bleibt. Da tauchen plötzlich zwei Fremde, die sich beide als Roderich ausgeben, auf dem Jagdschloss der Familie de Weert auf …

Eduard Künneke spielt in seiner Erfolgsoperette „Der Vetter aus Dingsda“ (1921) mit den zeitgenössischen Musikstilen: In „Kindchen, du musst nicht so schrecklich viel denken“ ist es der Tango, in „Sieben Jahre lebt ich in Batavia“ der Foxtrott. Doch gibt es in dieser Roderich und Julia-Geschichte natürlich auch Walzer („Ganz unverhofft kommt oft das Glück“) und volksliedhafte Evergreens („Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront“, „Ich bin nur ein armer Wandergesell“). Für den Wortwitz, mit dem charmant das Spießbürgertum des 20. Jahrhunderts karikiert wird, sorgen die Text-dichter Herman Haller und Rideamus.

Regisseurin Margit Gilch verlegt die Verwechslungsgeschichte in die 1980er Jahre, das letzte Jahrzehnt, in dem man sich noch nicht per SMS verständigen konnte und der Jugendliebe tatsächlich lange Briefe schrieb. Die Ausstattung von Dorothee Schuma-cher und Lutz Kemper weckt vielfältige Erinnerungen an jene gute alte knallbunte Zeit, in der man ausdauernd Aerobic trieb, am Rubik-Würfel verzweifelte und den Becker-Hecht nachahmte. Kathryn Brown und Peter Tilch mimen das zänkische Ehepaar Kuh-brot, Maria Pitsch spielt Julia de Weert, Emily Fultz ist deren beste Freundin Hannchen und Jeffrey Nardone ist „nur ein armer Wandergesell“. In weiteren Rollen: Mark Watson Williams (Egon von Wildenhagen), Kyung Chung Kim (Zweiter Fremder), Oscar Imhoff (Hans), Michael Kohlhäufl (Karl).

Premiere im Straubinger Theater am Hagen ist am Dienstag, 9. Oktober, um 19.30 Uhr. Ein weiteres Mal ist die Operette am 22. Januar 2019 zu sehen. Karten gibt es beim Amt für Tourismus und an der Abendkasse ab einer Stunde vor der Vorstellung.


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