26.08.2019, 22:23 Uhr

„Umbrüche in Kunst und Architektur“ Tag des offenen Denkmals – in Burglengenfeld gibt es eine ganze Reihe von Veranstaltungen

Postkarte: Der Burglengenfelder Marktplatz 1958 (Ausschnitt). (Foto: Oberpfälzer Volkskundemuseum)Postkarte: Der Burglengenfelder Marktplatz 1958 (Ausschnitt). (Foto: Oberpfälzer Volkskundemuseum)

„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ ist das Motto des Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September. Dazu gibt es in Burglengenfeld eine ganze Reihe von Veranstaltungen.

BURGLENGENFELD Seit vielen Jahren koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am zweiten Sonntag im September Aktionen, die zu einem bestimmten Motto in ganz Deutschland für Geschichts- und Denkmalinteressierte durchgeführt werden. Mehr als 8000 Einzeldenkmäler sind an dem Tag zugänglich, und auch die Stadt Burglengenfeld macht in jedem Jahr mit großer Begeisterung mit.

Bereits am Vorabend des Denkmaltages, Samstag, 7. September, findet um 20 Uhr das Freilichtspiel „Galgenberg: Richtstätte im Mittelalter“ statt. Hier geht es um den Raubmörder Andreas Büchl aus Regendorf, den Prozess um die grausigen Taten des „Teufelskünstlers“ und die letzte Hinrichtung in Burglengenfeld im Jahre 1809. Eintrittskarten kosten 7 Euro pro Person; Kartenreservierung im Rathaus unter Tel. (09471) 70 18 28 oder per E-Mail an gerhard.schneeberger@burglengenfeld.de. Die Teilnahme ist erst ab 14 Jahren empfohlen!

Am Denkmaltag selbst, Sonntag, 8. September, können verschiedene Gebäude, zum Beispiel die Kaiser- und Herzogsburg und das Oberpfälzer Volkskundemuseum, jeweils von 14 bis 17 Uhr kostenlos besichtigt werden.

Stadtführung „Moderne in der Altstadt“

Eine Führung durch die Altstadt zu den sorgsam bewahrten Baudenkmälern und zu den „Bausünden“ der Nachkriegszeit mit Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl und Janne Schmidt M.A. beginnt um 15 Uhr. Treffpunkt ist am Parkplatz vor dem Volkskundemuseum, wo auch kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Moderne, sagt man, hat in deutschen Städten mehr Zerstörungen angerichtet als zwei Weltkriege. Das gilt es zu überprüfen. Bei einem Rundgang durch die Altstadt werden die seit 1973, dem Erlass des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes, liebevoll gepflegten Baudenkmäler (Kirchen, Wohn- und Geschäftshäuser) aufgesucht wie auch jene Straßenzüge, in denen die Moderne der 1950er und 1960er-Jahre oft ihre unsensiblen Spuren hinterlassen hat. Zum Glück gibt es in Burglengenfeld auch hervorragende Sanierungsbeispiele, Neubauten und Beispiele moderner Kunst der vergangenen 30 Jahre, die deutlich machen, dass man auch in einer mittelalterlichen Stadt komfortabel und schön leben kann. Die Teilnahme an der Führung kostet pro Person zwei Euro.

Vortrag: „Handwerk und Handel im alten Burglengenfeld“

„Handwerk und Handel im alten Burglengenfeld“ sind das Thema eines Vortrags von Günther Plößl, Ortsheimatpfleger und Geschäftsführer des Museumsfreundeskreises, um 18 Uhr im neuen Kreativraum des Oberpfälzer Volkskundemuseums.

Burglengenfeld war seit dem hohen Mittelalter Standort für allerlei Handwerke und Gewerbe, die mit Holz oder Metall, Ton, Stein oder Textilien arbeiten. Die Zunftgenossen schauten, dass sie unliebsame Konkurrenz aus der Stadt fernhielten und sich selbst ein lukratives Einkommen schufen. Dies gilt bis weit in das 19. Jahrhundert, als die Zunftschranken allmählich durchlässiger wurden. Zu allen Spezialberufen lassen sich interessante Belege aus der Burglengenfelder Geschichte finden.

Besonders interessant ist das frühe und mittlere 20. Jahrhundert, in dem neue Technologien, Elektrizität und neue Werkstoffe und Handelswege das gesamte Wirtschaftsleben veränderten. Günther Plößl geht an vielen verschiedenen Beispielen der Frage nach, bei wem die Menschen ihre Waren des täglichen Gebrauchs anfertigen ließen, welche Handwerke es in der Stadt Burglengenfeld gab und welche Spuren an Gebäuden, im Stadtarchiv und im Museum es heute noch vom „goldenen Handwerk“ zu finden gibt. Der Vortrag dauert etwa 1,5 Stunden, der Eintritt kostet pro Person drei Euro.

Passend zum Motto des Denkmaltags, aber erst im Oktober

Vor genau 40 Jahren – 1979 – wurde das Pfarrzentrum St. Josef Am Sand fertig gestellt und gilt seitdem als einer der bedeutendsten modernen Kirchenbauten in der ganzen Region. Die geradezu radikal neue Auffassung des Kirchenraumes und die Gestaltung aller Details in einem Gesamtkonzept verblüffen noch heute viele Besucher, die eher ein traditionelles bayerisches Gotteshaus erwarten. Der gebürtige Regensburger Architekt Prof. Franz Kießling (München) schuf eine aufsehenerregende Kirche, die mit vielen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. Um diese moderne Kirche zu „verstehen“, führt der Regensburger Kunsthistoriker Daniel Rimsl durch den Bau und erläutert das architektonische Konzept und die Kunstwerke. Der Referent, geb. 1986 in Traunstein, hat außer Kunstgeschichte auch lateinische und deutsche Philologie studiert und ist jetzt zuständig für die Inventarisierung und Pflege des kirchlichen Kunstgutes im Bistum Regensburg. Die Führung findet statt am Samstag, 26. Oktober, von 15.30 bis 17 Uhr. Treffpunkt ist am Glockenturm von St. Josef, Teilnahmegebühr pro Person: vier Euro.


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