23.08.2019, 14:58 Uhr

Kultur Abendführung im Oberpfälzer Volkskundemuseum zum Jahresthema „Habseligkeiten“

Auch das sind Habseligkeiten: selbstgebastelte Spielzeugfahrzeuge aus Holzresten der US-Army Hohenfels, um 1960. (Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl)Auch das sind Habseligkeiten: selbstgebastelte Spielzeugfahrzeuge aus Holzresten der US-Army Hohenfels, um 1960. (Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl)

Dem Jahresthema „Habseligkeiten“ widmet sich im Oberpfälzer Volkskundemuseum eine Abendführung speziell für Familien mit Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl am Dienstag, 3. September, um 19 Uhr.

BURGLENGENFELD Wegen der laufenden Umbauarbeiten im Museum können in diesem Jahr leider keine Sonderausstellungen stattfinden. Das Museum bietet stattdessen verschiedene Führungen, Vorträge und Aktionen an, die sich mit den „Habseligkeiten“ der Menschen beschäftigen, die als Nachlässe in den Bestand des Hauses übergegangen sind.

Das Wort „Habseligkeiten“ wurde 2004 vom Deutschen Sprachrat und dem Goethe-Institut zum schönsten deutschen Wort erklärt und bezeichnet kleine, oft materiell nicht unbedingt wertvolle Dinge, die sich die Menschen aus ihrem Leben aufbewahren. Gemeint sind Objekte, die vielleicht nicht reich, aber glücklich machen. Für die Besitzer sind damit meist große Gefühle verbunden: das Hochzeitsfoto der schon verstorbenen Großmutter, ein altes, „zerliebtes“ Spielzeug, ein abgenutztes Arbeitsgerät oder ein dekoratives Erinnerungsstück aus dem Haushalt der Eltern. Wenn ein Haushalt aufgelöst werden muss, trennt man sich gewöhnlich leichter von Möbeln, Geschirr und Wäsche als von Gegenständen, die von den Verwandten selbst vielleicht handgemacht, über Jahrzehnte gepflegt und mit viel Liebe in Ehren gehalten wurden.

Besondere Aktualität haben solche Habseligkeiten, wenn man an die Situation von Flüchtlingen und Vertriebenen denkt, die oft nur das Nötigste mit sich tragen können. Die Entscheidung, „was nehme ich mit“ und „was muss in der alten Heimat zurückbleiben“, stellte sich etwa 1945/46 bei der Vertreibung aus dem Sudetenland genauso wie seit 2015 bei den Kriegsflüchtlingen aus Syrien und dem Irak. Es ist also für Kinder, Jugendliche und Erwachsene spannend, darüber nachzudenken, was der Begriff „Habseligkeit“ für uns heute noch bedeutet und was davon unbedingt in einem Museum gesammelt werden muss.

Die Führung dauert etwa eine Stunde; der Eintritt pro Person (ab acht Jahren) kostet 0,50 Euro.


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