04.06.2019, 18:15 Uhr

26. Geschichtswettbewerb Kepler-Gymnasium in Weiden darf sich über einen Preis freuen

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Umbrüche nach dem Zweiten Weltkrieg, die Münchener Räterepublik und das deutsch-deutsche Grenzland im Kalten Krieg: Dies sind nur einige der Themen, zu denen Schülerinnen und Schüler aus Bayern beim 26. Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten geforscht haben. Bundesweit nahmen rund 5.600 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb teil.

WEIDEN/HAMBURG Sie reichten insgesamt 1.992 Beiträge bei der Körber-Stiftung ein – damit ist es die beitragsstärkste Ausschreibung seit 1993. Nun wurden die 250 Landespreis- und 250 Förderpreisträger ausgewählt. In Bayern wurden 87 Beiträge von rund 500 Teilnehmenden eingereicht – ein starker Zuwachs im Vergleich zu 63 Beiträgen in der letzten Wettbewerbsrunde. Neben den Landes- und Förderpreissiegern darf sich das Kepler-Gymnasium in Weiden über den Preis für die erfolgreichste Schule in Bayern freuen.

Schüler beschäftigen sich mit Umbrüchen des 20. Jahrhunderts

Die Schülerinnen und Schüler haben sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Rahmenthema „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“ beschäftigt. Große Ereignisse in der Geschichte, aber auch kleinere Anlässe, die Einfluss auf das Leben von Menschen genommen haben, wurden von ihnen erforscht. Als “Spurensucher„ befragten sie dazu oftmals Zeitzeugen in der eigenen Familie. Zum Beispiel zu den Umwälzungen der Nachkriegszeit in Bayern. Mit Blick auf die deutsche Teilung untersuchten viele junge Geschichtsforscher, welche Spuren die Grenzziehung bis heute hinterlassen hat. Ebenso häufig brachten die Teilnehmenden Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und heutige Fluchtgeschichten miteinander in Verbindung. “Die Ergebnisse der aktuellen Wettbewerbsrunde zeigen, dass das Thema bei den Jugendlichen einen Nerv getroffen hat. Selten war die Themenvielfalt so groß wie in diesem Jahr“, so Gabriele Woidelko, Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik der Körber-Stiftung.

Kritischer Umgang mit Quellen ist wichtig

Neben der Zeitzeugenperspektive ist die Archivrecherche weiterhin wichtig: Knapp der Hälfte der Beiträge liegt Quellenarbeit in Archiven zugrunde, aber auch außerschulische Lernorte wie Museen und Gedenkstätten wurden für die Themensuche und Recherche häufig genutzt. Entsprechend oft gaben die Jugendlichen als Fazit zu Protokoll, dass für ihre Recherchen die Suche im Internet nur bedingt hilfreich sei. “Mit der Teilnahme am Geschichtswettbewerb lernen Schülerinnen und Schüler auch den Umgang mit Quellen und Fakten. Ein wichtiges Rüstzeug im digitalen Zeitalter“, so Woidelko. Und auch die Kreativität fördert der Wettbewerb, wie die Resultate zeigten: Neben schriftlichen Beiträgen wurden auch Videos, Podcasts oder Ausstellungen eingereicht.

Auszeichnung der besten Beiträge auf Landesebene

Im Sommer 2019 werden die Preisträgerinnen und Preisträger aus Bayern im Rahmen der feierlichen Landespreisverleihung im Alten Rathaussaal in München ausgezeichnet. Die 250 Landessieger im Wettbewerb haben zudem die Chance, auch einen von 50 Bundespreisen zu erringen. Am 19. November 2019 wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die fünf Erstpreisträger auf Bundesebene in Schloss Bellevue in Berlin ehren.


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