22.05.2019, 14:06 Uhr

Kultur Vatertag ist Theatertag Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen

Wirtshausmusik beim Theatertag. (Foto: Stefan Gruber)Wirtshausmusik beim Theatertag. (Foto: Stefan Gruber)

Der Landkreis Schwandorf lädt am 30. Mai ins Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen: Sieben Gruppen machen mit!

NEUSATH-PERSCHEN Der Theatertag des Landkreises Schwandorf hat inzwischen eine langjährige Tradition. Jedes Jahr am Vatertag ermöglichen die Festspielvereine einen exklusiven Blick in die neuen Stücke und Inszenierungen. Heuer, am 30. Mai, werden es insgesamt sieben Gruppen mit fast 100 Mitwirkenden sein, die das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen zur Freilichtbühne machen. Von 13 Uhr bis 16 Uhr werden Ausschnitte aus Stücken der beginnenden Festspielsaison vorgestellt. In den meisten Fällen ist es die erste öffentliche Gelegenheit, den Vorhang der Inszenierungen ein bisschen zu lüften. Zusätzlich gibt es am Vatertag noch eine musikalische Begleitung durch die Nabburger Musikanten. Die Wirtevereinigung „Gastliches Naabtal“ verwöhnt die Besucher mit Schmankerl aus der Region. Und das alles ist im Eintrittspreis für das Museum bereits enthalten

Landestheater Oberpfalz: „Die Geierwally“

Die Wally ist kein gewöhnliches Mädchen: zum Mann erzogen, traut sie sich als Einzige, einem Geier das Junge aus dem Nest zu rauben. Gehorsam dient sie ihrem hartherzigen Vater, bis sie sich in Josef verliebt. Weil der Vater möchte, dass sie einen anderen heiratet und um ihren Willen zu brechen, verbannt er seine widerspenstige Tochter auf die Hochalm. Im Kampf um ihre Freiheit greift Wally zu allen Mitteln – doch der Preis, den sie dafür bezahlen muss, ist hoch. „Die Geierwally“ erzählt von der Kargheit der Existenz in einer feindlichen Natur und von einer starken Frau, die ihren eigenen Platz im Leben vehement behauptet. Das Volksstück nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern in der Regie von Till Rickelt findet im Freilandmuseum Neusath-Perschen die perfekte Umgebung.

Festspielverein Neunburg vorm Wald: „Vom Hussenkrieg“

Der „Hussenkrieg“ geht ins 37. Festspieljahr! Nach der gelungenen Neuinszenierung im letzten Jahr unter Regisseur Cornelius Gohlke geben die Neunburger einen Einblick in ihr neu gewandetes Festspiel. Mit dabei sind auch die Tanzgruppe „Lumpenstiefel“ mit historischen und „Mitmach-Tänzen“ und nicht nur für die Kinder gibt es Gelegenheit, sich im Armbrustschießen und Ringewerfen zu erproben und einen Vorgeschmack auf das mittelalterliche Lagerleben zu bekommen.

Kultur- und Festspielverein Bruck: „Bouandlkramerblues“ von Roland Beier

Isidor Birnbacher ist nach dem Tod seines letzten Freundes so einsam, dass er nur eines will, nämlich sterben. Als tatsächlich die Bouandlkramerin an seine Tür klopft, freut er sich schon auf sein Ableben. Doch daraus wird nichts, denn sie holt nicht ihn, sondern seine Frau. Er lässt sich aber durch nichts von seiner Idee bald zu sterben abbringen und besorgt sich schon einmal einen Sarg. Der wird im Verlauf des Stückes noch für einige Verwirrung sorgen. Weil der Isidor gar so „benzt“, lässt die Kramerin ihn einen Blick in den Himmel werfen, doch was er da sieht gefällt ihm so gar nicht.

Ovigo-Theater: „Pippi Langstrumpf“

Das Ovigo-Theater spielt Szenen aus dem Musical „Pippi Langstrumpf“, das im Februar an verschiedenen Orten in der Region sehr erfolgreich auf zahlreichen Bühnen aufgeführt wurde. Aber jetzt gibt es die Pippi und ihre Freunde auch auf der Freilichtbühne. Vor der Wiederaufnahme auf Schloss Burgtreswitz im Juni, freut sich das gesamte Ensemble auf einen kunterbunten Auftritt im Freilandmuseum Neusath-Perschen. Hier kann man Pippi höchstpersönlich, genauso wie Papa Langstrumpf, Tommy, Annika oder die Diebe Blom und Donner-Karlsson treffen. Außerdem bietet das Ovigo-Theater Kinderschminken an.

Schönsee: „Pascher – Die Nacht der langen Schatten“ und „Irrlichter“

Es gibt kaum einen Ort, der so geschichtsträchtig ist wie die Grenzregion rund um Schönsee. Die „Pascher“, das ist ein Theaterstück, das von diesem Land erzählt, vom harten Überlebenskampf und natürlich von den Schmugglern, den „Paschern“. Martin Winklbauer hat dieses Stück den Menschen vom Schönseer Land auf den Leib geschrieben. „Irrlichter“ ist das zweite Stück der Schönseer. Es erzählt die nicht ganz frei erfundene Geschichte eines jungen Burschen, für den Grenzen keine Bedeutung haben. Weder die Grenzen zwischen Ländern, noch die Grenzen zwischen den Welten. Er ist einer von denen, die die Sprache der Bäume eher verstehen können als die Sprache der Politik. Dieses Anderssein wird ihm in den 1950er Jahren hier am „Eisernen Vorhang“ zum Verhängnis. Die Schönseer werben unterwegs im ganzen Museumsgelände auf besondere Weise für ihre Stücke.

Festspielverein Oberviechtach: „Eisenbarth erleben“

Blut und Feuer, Kabale und Liebe: eine einzigartige Verbeugung vor dem größten Sohn der Stadt. Für die einen war er ein genialer Chirurg, für die anderen Ziel von Spott und Hohn. Hier erlebt man den Menschen Eisenbarth hinter der Maske. Über 350 Jahre nach seiner Taufe ist er wieder zurück in Oberviechtach – lebendiger und schillernder als je zuvor! Was mit barockem Flair auf dem Oberviechtacher Marktplatz mit Gauklern, Doctor Eysenbarth-miraculoes-medicinalem Figuren-Theatrum, Stelzengängern und kulinarischen Köstlichkeiten beeindruckt, wirkt auch in den Bauernhöfen des Freilandmuseums.


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