09.02.2019, 10:16 Uhr

Blues-Time „Black Patti“ gastieren im „Keller No. 10“ in Burglengenfeld

(Foto: Christian Kaufmann)(Foto: Christian Kaufmann)

Mit „Black Patti“ kommt am Freitag, 1. März, zum zweiten Mal nach 2016 eines der besten Blues-Duos Deutschlands nach Burglengenfeld. Der preisgekrönte europaweit bekannte Münchner Gitarrist und Mundharmonikaspieler Peter Crow C. und sein Partner Ferdinand „Jelly Roll“ Kraemer bieten Roots-Musik zwischen tiefschwarzem Delta Blues, federndem Ragtime und beseelten Spirituals. Beginn des Konzerts ist um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.

BURGLENGENFELD „Man stelle sich vor, die Zeit wäre um 100 Jahre zurückgedreht worden und man säße irgendwo in Louisiana oder New Orleans in einer rauchigen Blues-Bar bei einem Bourbon.“ So begann der Bericht über das Konzert von „Black Patti“ im „Keller No. 10“ im Herbst 2016. Und am 1. März ist es wieder soweit, die Blues-Bar wird wieder in den „Keller No. 10“ verlegt.

Seit 2011 bilden der bereits mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnete Gitarrist und Mundharmonikaspieler Peter Crow C. und sein Partner Ferdinand „Jelly Roll“ Kraemer an der Mandoline und Gitarre das nach einem obskuren Plattenlabel benannte Duo „Black Patti“. Sie interpretieren den Blues, wie er als Unterhaltungsmusik der Farbigen in den Südstaaten der USA während der 1920er- und 1930er-Jahre erklang. Die Ursprünge des Blues gehen bis in das Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Und an diesen frühen Formen des Blues orientieren sich die beiden Musiker von „Black Patti“. Akustischer Pre-War-Blues, zu weiten Teilen auf beeindruckenden Eigenkompositionen fußend, brachte die Musiker bereits auf Festivals wie den Jazzfrühling Kempten, das Snow Jazz Festival (Frankreich) oder das Birmingham Jazzfestival (GB).

Mit „No Milk No Sugar“ liegt jetzt der erste Tonträger der versierten, meist mit wunderbarem zweistimmigem Gesang antretenden Instrumentalisten vor. Selbstverständlich auf traditionellen Instrumenten eingespielt und vintage, vollanalog und ohne Overdubs aufgenommen. Mit ihrem äußerst abwechslungsreichen Repertoire präsentieren die Süddeutschen filigrankunstvolle und unglaublich berührende Roots-Musik. „Black Patti“ verwandeln – zumindest akustisch – sicher auch den „Keller No. 10“ in eine verrauchte Kneipe im Mississippi-Delta, wo die Männer an der Bar Whiskey trinken und über ihre (Ex-)Frauen schimpfen, bis ihnen einfällt, dass sie der Teufel holen könnte für ihre Lästereien. Um den Herrgott gütig zu stimmen, singen sie ein geistliches Lied und gehen dann nach Hause. In den Texten geht es um den Alltag der Schwarzen, um Beziehungen und Geld, um Politik und Religion. Wanderarbeiter hinterließen ihre Spuren in den Rhythmen ebenso wie tanzende Frauen und Männer. Der Blues in seiner Urform ist ebenso oft heiter wie traurig. Und so wechselt die Stimmung beim Konzert in der Regel zwischen fröhlichem Klatschen und nachdenklichen Wippen der Füße. Die Herren legen zudem Wert darauf, aus einer anderen Zeit zu kommen; einer Zeit, zu der Hosenträger ebenso zählten wie Goldrauschkater, Hosen so weit wie das Mississippi-Delta und der raue Klang tieftrauriger Erlebnisse in den Stimmen. Und Züge. Züge, deren Existenz allein schon das Versprechen einer besseren Gegend sind. „Black Patti“ ist eben so schwarz, wie man als weißer Musiker eigentlich gar nicht sein kann.

Karten im Vorverkauf gibt es unter www.okticket.de oder bei den vielen Vorverkaufsstellen, wie zum Beispiel im Buch-und Spielladen in Burglengenfeld.


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