21.01.2019, 10:18 Uhr

Kultur Abendführung im Volkskundemuseum – „Baumaßnahmen und Habseligkeiten“

Freigelegte Wand aus dem frühen 16. Jahrhundert im ersten Obergeschoss des Museums. (Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl)Freigelegte Wand aus dem frühen 16. Jahrhundert im ersten Obergeschoss des Museums. (Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl)

Am Dienstag, 5. Februar, besteht ab 19 Uhr Gelegenheit, sich im Oberpfälzer Volkskundemuseum über die aktuellen Modernisierungsarbeiten im ersten Obergeschoss zu informieren.

BURGLENGENFELD Während das Erdgeschoss bereits fertig saniert und neu eingerichtet ist, kann man im oberen Geschoss sehen, wie mithilfe von „Fenstern in die Vergangenheit“ die Baugeschichte nachvollziehbar gemacht wird. Besonders interessant ist der schon fertige „Kreativraum“, der in diesem Jahr für Veranstaltungen und Schulprogramme genutzt wird. Der Eintritt zur Abendführung kostet pro Person 50 Cent, eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig.

Wie auch im Erdgeschoss haben Arbeiter vom städtischen Bauhof zahlreiche historische Wandfassungen und Konstruktionsspuren gefunden, die teils mehrere Jahrhunderte zurückreichen. Das Museumsgebäude, die ehemalige „Große Kanzlei“ der neuburgischen Burgherren und Landrichteramt seit dem frühen 16. Jahrhundert, ist immer wieder den Bedürfnissen der Verwaltung angepasst und umgebaut worden. So wurden Wandaufbauten aus Ziegeln und Bruchsteinen, Balken, Schilf und Holzgefachen gefunden, die mit handgeschmiedeten Nägeln verbunden sind und dazu dienten, den historischen Wandputz mit verschiedenen Farbschichten zu halten.

Wegen der laufenden Umbaumaßnahmen verzichtet das Museum erstmal seit mehr als 30 Jahren heuer auf eigene Kunst- und Sonderausstellungen. Stattdessen haben sich die Museumsmitarbeiterinnen Dr. Margit Berwing-Wittl und Johanna Rödl-Steinbauer zusammen mit dem Freundeskreis des Museums das Jahresthema „Habseligkeiten“ gewählt und wollen mit verschiedenen Führungen, Vorträgen und Workshops versuchen, die Bedeutung und den Wert von historischen Gegenständen zu erläutern, die im Museum gewissermaßen „ein zweites Leben“ beginnen.

Auch darauf wird bei der Führung am 5. Februar exemplarisch Bezug genommen. Denn ein Volkskundemuseum sammelt nicht nur, was alt, selten oder wertvoll ist, sondern es geht immer um das Wissen hinter den Objekten, die im Museum dann stellvertretend für soziale, kulturelle und wirtschaftliche Zusammenhänge aus der wechselvollen Geschichte der Oberpfalz eingesetzt werden.


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