26.10.2018, 08:59 Uhr

52. Internationale Hofer Filmtage Der Filmpreis der Stadt Hof 2018 geht an Alfred Holighaus

Thorsten Schaumann (Künstlerischer Leiter Hofer Filmtage), Hans-Christian Schmid (Regisseur und Laudator), Preisträger Alfred Holighaus, Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und die Bayerische Landtagspräsidentin Barbara Stamm. (Foto: Stadt Hof)Thorsten Schaumann (Künstlerischer Leiter Hofer Filmtage), Hans-Christian Schmid (Regisseur und Laudator), Preisträger Alfred Holighaus, Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und die Bayerische Landtagspräsidentin Barbara Stamm. (Foto: Stadt Hof)

Der diesjährige Filmpreis der Stadt Hof geht an Alfred Holighaus. Der 59-jährige Autor und Filmkaufmann fungiert zudem derzeit als hauptamtlicher Präsident der Spitzenorganisation der Deutschen Filmwirtschaft (SPIO). Zuletzt waren in den Jahren 2015 und 2016 die Nachwuchsschauspielerinnen Katharina Marie Schubert und Aylin Tezel sowie 2017 der Dokumentarfilmer Wolfgang Ettlich ausgezeichnet worden.

HOF Die Stadt Hof und die Internationalen Hofer Filmtage würdigen mit der Vergabe an Alfred Holighaus in diesem Jahr langjährige Verdienste und die Treue zu den Internationalen Hofer Filmtagen, die als eines der wichtigsten deutschen Festivals nach der Berlinale sowie als Familienfest des Deutschen Films gelten. Der undotierte Filmpreis der Stadt Hof gilt im Bereich des Deutschen Films als eine der begehrtesten Auszeichnungen.

Mit dem Filmpreis der Stadt Hof wird seit 1986 anlässlich der Internationalen Hofer Filmtage eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die für den deutschen Film ein wichtiger Impulsgeber ist und dem Filmfestival in der Saalestadt verbunden ist. Dies trifft auf Alfred Holighaus in besonderem Maße zu: Er war schon als Redakteur und späterer Leiter des „Tip Magazin“ aus Berlin regelmäßiger Gast in der Saalestadt und arbeitete bei der Berlinale eng mit Filmtagegründer Heinz Badewitz zusammen. Beide waren sich sehr freundschaftlich verbunden. Nach Badewitz‘ Tod im Jahre 2016 leitete Alfred Holighaus zusammen mit Linda Söffker und dem jetzigen Künstlerischen Leiter, Thorsten Schaumann, die 50. Internationalen Hofer Filmtage und trug ganz maßgeblich dazu bei, die unerwarteten Veränderungen für das Festival zu meistern. Für die Deutsche Filmakademie arbeitete er von 2010 bis 2015 als Geschäftsführer und unterstützte auch hierbei die Hofer Filmtage in dieser Position nach Kräften. Alfred Holighaus ist privat überzeugter Fußballfan und darum seit Jahren „Co-Trainer“ der Filmtage-Mannschaft, die sich immer am Festivalsamstag mit dem Team der Organisatoren vor Ort misst.

Als Laudator fungierte Regisseur Hans-Christian Schmid, Filmpreisträger 2001. Er ging in seiner Würdigung insbesondere auf die große Vielseitigkeit des Preisträgers ein, der in der Filmbranche bereits eine Vielzahl von Funktionen ausübte. Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner würdigte: „Home of Films ist eine Heimstatt der Offenheit, der Toleranz und der Freiheit. Dem hat sich Alfred Holighaus immer verpflichtet gefühlt. Als das Festival vor zwei Jahren in Gefahr war, da konnte man sich auf ihn verlassen. In Hof und in der deutschen Filmwirtschaft weiß man, was man an ihm hat.“

Holighaus selbst lobte in seiner Danksagung insbesondere das Festival selbst: „Hof ist der Brennpunkt, an dem man erleben kann, was Kino wirklich ist und was es ausmacht. Hier ist Kino so, wie es sein soll – voller Spannung und voller Geheimnisse. Ich bin Heinz (Badewitz) unendlich dankbar, dass es Hof gibt!“

Die Hofer Filmtage, die in diesem Jahr zum zweiten Mal unter der Festivalleitung von Thorsten Schaumann stattfinden, laufen noch bis zum Sonntag (28. Oktober).

Zu Alfred Holighaus

Holighaus studierte ab 1980 Theologie in Tübingen und Berlin. Parallel begann seine journalistische Laufbahn beim Fachmagazin Filmecho/Filmwoche und dem Stadt- und Kulturmagazin TIP in Berlin, dessen Redaktion er von 1986 bis 1995 leitete. Ab 1992 zeichnete Holighaus zudem redaktionell mitverantwortlich für die Sendungen „TIP TV“ und Kinotipps im ORB-Fernsehen. Seit 2012 schreibt er als filmpolitischer Kolumnist in der Fachzeitschrift „Blickpunkt: Film“. Im Jahr 1995 wechselte er in die Filmwirtschaft. Bei der Senator Film Produktion leitete er bis 2000 die Projektentwicklung sowie den Stoff- und Filmeinkauf. Zudem betreute Holighaus unter anderem als Dramaturg und Produzent die Eigen- und Koproduktionen des Hauses (u. a. Comedian Harmonists, 1997; Kleines Arschloch, 1997, Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding, 1999; Helden wie wir (Film), 1999; Käpt’n Blaubär - Der Film, 2000; Jetzt oder Nie (Film), 2000; Das Experiment (Film), 2001). Von 2000 bis 2001 leitete er als Geschäftsführer die Senator Film Verleih GmbH. Nach seinem Ausscheiden bei Senator arbeitete er als freier Autor und Produzent von Dokumentarfilmen (Fallen Angel - Gram Parsons (Film), 2004; Spur der Bären (Film), 2010; Merle Haggard - Learning To Live With Myself (Film), 2010).

Von der Filmwirtschaft wechselte er 2001 zur Berlinale. Dort gründete Holighaus auf Initiative von Dieter Kosslick die neue Sektion „Perspektive Deutsches Kino“, die er als Plattform für Talente profilierte und bis 2010 leitete. Für besondere Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film wurde Holighaus 2012 mit dem Ehrenpreis beim Filmfestival Max Ophüls Preis, Saarbrücken ausgezeichnet. Für die Deutsche Filmakademie arbeitete er von Januar 2010 bis Juli 2015 als Geschäftsführer. Holighaus war und ist in verschiedenen Ehrenämtern für den Film tätig, unter anderem bei der Filmförderungsanstalt (FFA). Aktuell gehört er dem Stiftungsrat beim Kuratorium junger deutscher Film und dem Filmprogrammbeirat beim Goethe-Institut an. Holighaus ist Mitglied der Europäischen Filmakademie und Ehrenmitglied der Deutschen Filmakademie. Er gehörte verschiedenen Film- und Fernsehjurys an (unter anderem Adolf-Grimme-Preis, Europäischer Filmpreis, Max Ophüls Preis, Studio Hamburg Nachwuchspreis). Von 2001 bis 2008 gehörte er BKM-Jury Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien für die Förderung programmfüllender Spiel- und Dokumentarfilme an.

Zum Filmpreis der Stadt Hof – die bisherigen Preisträger

Der Filmpreis der Stadt Hof wurde im Jahr 1986 zum ersten Mal vergeben, damals an Doris Dörrie. Seitdem finden sich viele bekannte Namen des deutschen Films unter seinen Preisträgern: Wim Wenders, Werner Herzog, Detlef Buck, Sönke Wortmann, Tom Tykwer, Dominik Graf oder Oscarpreisträgerin Caroline Link – um nur einige zu nennen. Der Preis selbst besteht aus einem Objekt der Staatlichen Fachschule für Produktdesign in Selb und richtet sich an Personen, die mit Hof und dem Festival eng verbunden sind.

1986 Doris Dörrie

1987 Hans Noever

1988 Laurens Straub

1989 Josef Rödl

1990 Herbert Achternbusch

1991 Uwe Brandner

1992 Wim Wenders

1993 Werner Herzog

1994 Christian Rischert

1995 Detlev Buck

1996 Werner Schroeter

1997 Sönke Wortmann

1998 Tom Tykwer

1999 Andreas Kleinert

2000 Joachim Król

2001 Hans-Christian Schmid

2002 Redaktion „kino kino“, BR

2003 Dominik Graf

2004 Laura Tonke

2005 Christoph Schlingensief

2006 Dr. Alexander Kluge

2007 Peter Lohmeyer

2008 Rosa von Praunheim

2009 Christian Petzold

2010 Caroline Link

2011 Peter Kern

2012 Jessica Schwarz

2013 Barbara Albert

2014 Chris Kraus

2015 Katharina Marie Schubert

2016 Aylin Tezel

2017 Wolfgang Ettlich

2018 Alfred Holighaus

Der Preis selbst besteht aus einem Objekt von Christina Mosis und Konrad Gräßler (Staatliche Fachschule für Produktdesign in Selb). Es besteht aus früheren Festivalkatalogen und richtet sich an Personen, die mit Hof und dem Festival eng verbunden sind.


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