11.10.2018, 18:05 Uhr

Maler und Grafiker Ausstellung im Oberpfälzer Volkskundemuseum erinnert an Hermann Böbel

Hermann Böbel in seinem Burglengenfelder Atelier mit einem seiner Werke. (Foto: Michael Böbel, München)Hermann Böbel in seinem Burglengenfelder Atelier mit einem seiner Werke. (Foto: Michael Böbel, München)

Der Maler und Grafiker Hermann Böbel lebte nach dem 2. Weltkrieg einige Jahre in Burglengenfeld. Am 24. Oktober 2018 könnte er seinen 100. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass ist ab Sonntag, 21. Oktober, eine Reihe von Böbels Werken im Oberpfälzer Volkskundemuseum zu sehen. Möglich machen das die Familie Böbel und der Förderverein Kunststiftung Hermann Böbel e. V..

BURGLENGENFELD Hermann Böbel war am 24. Oktober 1918 in Ingolstadt als Sohn des Werkmeisters Franz Böbel und seiner Ehefrau Walburga auf die Welt gekommen. Schon in jungen Jahren erregte er Aufsehen durch seine außerordentliche zeichnerische Begabung. Zunächst in der Malschule von Alois Schöls, später in München und in Berlin als Schüler von Professor Porep, vertiefte er seine malerische Entwicklung und reiste nach Frankreich und Spanien zu künstlerischen Studienfahrten. Kurz nach Kriegsbeginn 1939/40 war er als Soldat in Hohenfels stationiert und knüpfte von dort aus erste Kontakte nach Burglengenfeld – er verkehrte in den hiesigen Cafés und war immer auf der Suche nach Modellen und Motiven für seine Malstudien.

Nach dem 2. Weltkrieg und einer schweren Kriegsverletzung lebte Hermann Böbel von 1948 bis 1954 mit seiner Gattin Lilo, geb. Kern, bei seinen Schwiegereltern im „Gasthof zur Post“ am Marktplatz. Sein Maleratelier und später auch ein Fotogeschäft hatte er im Gasthaus „Zu den drei Kronen“, wo er auch mehreren Schülern aus Burglengenfeld und Teublitz Zeichenunterricht gab. Hier in Burglengenfeld kamen 1949 und 1952 seine Söhne Michael Fred und Hermann Udo zur Welt.

Im Oberpfälzer Volkskundemuseum sind nun einige Kunstwerke Böbels aus dieser Zeit zu sehen. Die neue Zeit, das sogenannte „Wirtschaftswunder“, inspirierte Hermann Böbel wie andere Zeitgenossen auch zur künstlerischen Neuorientierung. Burglengenfeld mit einer blühenden Szene für Kunst, Theater, Musik und Geselligkeit bildete trotz der schwierigen Nachkriegsumstände ein lebendiges, kreatives und fröhliches Umfeld. In diesen Jahren sind zahlreiche Werke entstanden, die nun teils erstmals in Burglengenfeld gezeigt werden. Ein Teil dieser Bilder soll nach dem Willen der Kunststiftung und der Angehörigen anschließend in den Besitz der Stadt Burglengenfeld übergehen, um später im neu gestalteten Volkskundemuseum einen würdigen Platz zu finden.

Hermann Böbel starb 1990 in München. Nach einer Gedächtnisausstellung im Jahr 2000 ist es nun das zweite Mal, dass seine Kunst in Burglengenfeld zu Ausstellungswürden kommt. Viele Bürgerinnen und Bürger erinnern sich heute noch persönlich an den Künstler, der neben seiner Tätigkeit als Maler, Porträtist und Fotograf in seiner Freizeit auch als Schauspieler und Sänger bei Operettenaufführungen engagiert war, gemeinsam mit Friedrich und Gisela Graf, Ewald Baroke, Hans Daiminger und vielen anderen. Natürlich befinden sich auch zahlreiche Werke Böbels in Burglengenfelder Familien, und seine ehemaligen Schüler haben ihre eigenen künstlerischen Entwürfe ebenfalls aufbewahrt.

Eröffnung der Kunstausstellung zum 100. Geburtstag von Hermann Böbel ist am Sonntag, 21. Oktober, um 16 Uhr im Oberpfälzer Volkskundemuseum. Zur Begrüßung spricht Bürgermeister Thomas Gesche, zur Kunst und zum Künstler sprechen Michael Böbel und Dr. Margit Berwing-Wittl. Die musikalische Gestaltung übernimmt Julia Henn (Violine). Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl bietet am Dienstag, 6. November, um 19 Uhr eine Abendführung durch die Sonderausstellung im Erdgeschoss des Museums an. Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums zu sehen bis zum 11. November. Zum Abschluss der Ausstellung kommt am Sonntag, 11. November, ab 14.30 Uhr Michael Böbel mit seiner Frau Petra nach Burglengenfeld, um hier durch die Ausstellung mit Werken des Vaters und Schwiegervaters zu führen und aus dem Leben der Familie zu erzählen.


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