25.06.2018, 16:30 Uhr

Sonderausstellung Die weltgrößte Spruchbretter-Sammlung ist im Oberpfälzer Volkskundemuseum zu sehen

Spruchbrett aus der Sammlung von Carl U. Maier. (Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl, Oberpfälzer Volkskundemuseum Burglengenfeld)Spruchbrett aus der Sammlung von Carl U. Maier. (Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl, Oberpfälzer Volkskundemuseum Burglengenfeld)

Am Dienstag, 3. Juli, besteht ab 19 Uhr nochmals Gelegenheit, sich im Oberpfälzer Volkskundemuseum eine Stunde intensiv mit der Geschichte, Entstehung und dem Sinn von Spruchbrettern zu beschäftigen. Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl führt durch die Sonderausstellung „Ein Platz auf Erden lieb und traut ...“.

BURGLENGENFELD Hunderte fromme, romantische und auch einige kitschige Sinnsprüche, auf Holz gebrannt, liebevoll ausgemalt und mit wunderbaren Heimatszenen und Blumen dekoriert, kann man zur Zeit im Oberpfälzer Volkskundemuseum bewundern. Der Sammler Carl U. Maier aus Stuttgart hat über mehrere Jahrzehnte diese weltgrößte Sammlung zusammengetragen, die nun zum allerersten Mal öffentlich in einem volkskundlichen Museum zu sehen ist.

Auf den großen und kleinen Brettern findet man Bibelzitate und gereimte Weisheiten und viele Sprüche, die man etwa auch aus dem Poesiealbum der Oma oder von gestickten Überhandtüchern kennt. Die bürgerliche und bäuerliche Welt des biedermeierlichen 19. Jahrhunderts spiegelt sich auf diesen schön gemalten Brettern, lassen Heimatliebe und Sehnsucht nach der heilen Welt, Familienglück und innige Liebe erkennen. Sie hingen meist in Fluren, Wohnstuben und Schlafzimmern, aber auch in Pfarrhäusern und Gaststätten. Sie spendeten Trost und Hoffnung, auch wenn man mal in eine schwierige Lebenslage geriet, etwa ein typischer Hochzeitsspruch „Bewahret einander vor Herzeleid, kurz ist die Zeit, die ihr beisammen seid. Denn ob auch viele Jahre euch vereinen, stets werden wie Minuten sie euch scheinen.“

Viele der Spruchbretter stammen aus pietistisch-evangelischen Gegenden wie dem Schwarzwald oder aus dem katholisch geprägten Bayerischen Wald, einige wurden nach gedruckten Vorlagen von Hobbyschnitzern angefertigt, andere professionell in Manufakturen gefertigt und über Möbelgeschäfte vertrieben.

Alle Interessenten sind herzlich willkommen, die Führung dauert etwa eine Stunde, der Eintritt kostet 0,50 Euro pro Person.


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