09.05.2018, 18:15 Uhr

Junger Blick auf alte Objekte Schülerinnen der Dr.-Johanna-Decker-Schulen stellen im Stadtmuseum Amberg aus

(Foto: Stadtmuseum Amberg)(Foto: Stadtmuseum Amberg)

Insgesamt 125 Schülerinnen drei unterschiedlicher Jahrgangsstufen der Dr.-Johanna-Decker-Schulen haben sich zwischen Januar und April dieses Jahres unter einem jeweils anderen Themenschwerpunkt mit dem Amberger Stadtmuseum, seinen Ausstellungsbereichen sowie den mannigfaltigen Exponaten beschäftigt.

AMBERG Entstanden sind vielfältige und kreative Kunstwerke in verschiedenen Techniken. Diese werden noch bis zum 31. Mai in der Ausstellung „Museumskunst – inspiriert, studiert, plakatiert“ in der Lounge des Amberger Stadtmuseums gezeigt. Neben Zeichnungen sind auch dreidimensionale Arbeiten zu sehen.

„Inspiriert“

Schülerinnen der 5. Klassen gestalteten inspiriert durch die Dauerausstellung ihr eigenes Museum im Schuhkarton. Kennengelernt haben die jungen Teilnehmerinnen die Ausstellung während einer Führung durch das gesamte Stadtmuseum. Große Begeisterung gab es vor allem in der Modeabteilung, welche die Entwicklung der Kleidung von 1800 bis in die Gegenwart aufzeigt. Bei der Umsetzung im Schulunterricht waren kaum Grenzen gesetzt, denn nahezu alle Materialien waren erlaubt. „Sehr motiviert arbeiteten die Schülerinnen.“, berichtet Kunstlehrerin Veronika Thomann. Von Papier, Pappe, über Draht, Stoff, bis hin zu Ton, war alles dabei und sogar von Zuhause wurden Materialien mitgebracht.

„Studiert“

„Was hat der denn für eine Frisur?“, fragte eine Schülerin der 7. Klasse erstaunt, als sie gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen erstmals die kurfürstliche Galerie in den Blick nahm. Veronika Thomann klärte auf, dass es sich um barocke Porträts handle und derartig hochgesteckte Frisuren bzw. Perücken damals bei Männern Mode waren. Um den Bildaufbau und die Proportionen besser nachvollziehen zu können, sollten die Porträts zuerst mit Hilfe einer kleinformatigen Bleistiftskizze genauer studiert werden. Danach durfte auf größerem Format mit der Pastellkreide begonnen werden. Die Besonderheit war, dass nicht wie sonst üblich in der Schule gemalt wurde, sondern direkt vor den Objekten. Dabei zeigte sich, wie hilfreich Smartphones im Museum oder dem Kunstunterricht sein können. So wurden u. a. Detailfotografien der Portraits erstellt und auf dem Smartphone vergrößert, um diese anschließend noch besser zeichnen zu können. Aus diesem Grund kam es zu einer Erweiterung der Aufgabenstellung. Die Schülerinnen sollten mit Schnappschüssen die Arbeit an ihren Kunstwerken dokumentieren. Diese sind nun in einer Museogram-Maske (in Anlehnung an den Online-Dienst Instagram) als Erweiterung zu den herkömmlichen Objekttexten auf einer Stellwand in der Ausstellung präsentiert.

„Plakatiert“

Darüber hinaus gestalteten die Schülerinnen der achten Klasse Plakate in Bezug auf das Stadtmuseum und seine Ausstellungen. Als Anregung dienten vor allem Plakatkünstler des 19. Jahrhunderts wie der Franzose Henri de Toulouse-Lautrec. Ein Ausstellungsbereich erscheint demnach plakatiert. Zu sehen sind mehr als 60 Arbeiten in unterschiedlichen Techniken. Das Kunstprojekt ist eine Kooperation des Stadtmuseums Amberg mit den Dr.-Johanna-Decker-Schulen. Betreut wurde es von Malerin und Grafikerin Veronika Thomann zusammen mit Julia Riß, wissenschaftliche Volontärin im Stadtmuseum.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Mai in der Lounge des Stadtmuseums zu den regulären Museumsöffnungszeiten zu sehen. Der Eintritt in die Lounge-Ausstellung ist frei. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 09621/ 10-1284 oder im Internet unter www.stadtmuseum-amberg.de.


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