02.05.2018, 22:27 Uhr

Kultur Tag der Städtebauförderung – Burglengenfeld informiert zur Bedeutung der Fronfeste

Vor genau einem Jahr haben die Abbrucharbeiten an der Fronfestgasse in der Altstadt begonnen. Im Hintergrund ist der Gefängnisturm zu sehen. (Foto: Stadt Burglengenfeld)Vor genau einem Jahr haben die Abbrucharbeiten an der Fronfestgasse in der Altstadt begonnen. Im Hintergrund ist der Gefängnisturm zu sehen. (Foto: Stadt Burglengenfeld)

Warum die Fronfeste an der Stadtmauer historisch und städtebaulich so bedeutend ist, das erklärt Burglengenfelds Stadtbaumeister Franz Haneder am Samstag, 5. Mai, von 13 bis 17 Uhr vor Ort in dem ehemaligen landesherrlichen Gefängnis der neuburgischen Burg- und Landesherren. Mit der Aktion beteiligt sich die Stadt am bundesweiten Tag der Städtebauförderung.

BURGLENGENFELD Die Stadt hat die Fronfeste im Jahr 2014 gemäß Beschluss des Stadtrats gekauft, um sie wie zuvor bereits den Örtl-Turm und den Wehrturm in der Kellergasse zu sanieren. Keine Frage: Der Stadtbaumeister ist begeistert vom besonderen Charme, den das historische Gebäude ausstrahlt. Mit dem Gefängnisturm solle das Projekt „Europäische Meile“ seinen Abschluss finden. Der Anfang dafür war gemacht worden mit der Gestaltung des Europaplatzes, der Sanierung des Örtl-Turms und des Wehrturms an der Kellergasse sowie der Kunstzeile Am Stadtgraben.

Dass die Fronfeste saniert wird, hat der Stadtrat bereits beschlossen. Wie immer, wenn es um historische Gebäude geht, ist das keine billige Angelegenheit: Die Kosten werden sich voraussichtlich auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen. Die Stadt darf jedoch mit erheblichen Fördermitteln rechnen. Aktuell stehen in Aussicht 692.331 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung, 60.000 Euro von der Bayerischen Landesstiftung, 40.000,00 Euro vom Bezirk Oberpfalz und 5.000 Euro vom Landkreis Schwandorf. Insgesamt also eine Fördersumme von rund 800.000 Euro, die es in dieser Größenordnung bei Sanierungsmaßnahmen in Burglengenfeld noch nie gab. Der Eigenanteil der Stadt liegt demnach bei rund 700.000 Euro.

Stadtbaumeister Haneder – und mit ihm Bürgermeister Thomas Gesche sowie die Mehrheit des Stadtrats – sind sich sicher, dass dieses Geld gut angelegt ist. Das zeigen auch die Verhandlungen der Stadtverwaltung um einen Zuschuss aus dem Kulturfonds der Regierung der Oberpfalz. Fließen daraus Fördergelder, so muss es sich bei dem Bauwerk um ein herausragendes, baugeschichtlich und baukulturell wertvolles Bauwerk handeln. Im Falle einer Förderung durch den Kulturfonds würde die Fronfeste nach Aussage der Regierung der Oberpfalz auf einer Ebene mit der Steinernen Brücke in Regensburg rangieren.

Das Sanierungskonzept hat die Stadt mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem beauftragten Architekten Arthur Pufke aus Maxhütte-Haidhof Zug um Zug detailliert erarbeitet. Mit der Sanierung des Gefängnisturmes und seiner Anbauten bleibt nicht nur der historisch aufgezeigte Gassencharakter erhalten, sie bedeutet auch eine nicht zu unterschätzende Aufwertung für ein ganzes Stadtviertel in der Nähe des Zaschkahofes, einem der sogenannten Urhöfe in der Altstadt, die als Ensemble komplett unter Denkmalschutz steht.

Anlässlich des Tags der Städtebauförderung am Samstag, 5. Mai, steht Franz Haneder interessierten Bürgern von 13 bis 17 Uhr Rede und Antwort. Architekt Arthur Pufke aus Maxhütte-Haidhof hat Wissenswertes aus der Baugeschichte zusammengestellt; auf Fotos kann man den ursprünglichen Zustand des Gefängnisturms und seiner Anbauten sehen. Zudem gibt es Informationen über Details der Sanierung sowie die künftige Nutzung. Hier ist unter anderem eine vom Stadtrat bereits beschlossene Erinnerungsstätte an das 5. Anti-WAAhnsinns-Festival 1986 geplant, eine Dauerausstellung über die französische Partnerstadt Pithiviers und Platz für den Kommunalen Musikunterricht.


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