30.04.2018, 10:46 Uhr

Stadtführung zur Gerichtsgeschichte Inhaftierte Lumpen und Schandtäter am Pranger

Der „Burglengenfelder Apfeldieb“ (Michael Chwatal) mit seiner Gattin (Patricia Eichinger) an der alten Stadtmauer. (Foto: Sandra Chwatal, Burglengenfeld)Der „Burglengenfelder Apfeldieb“ (Michael Chwatal) mit seiner Gattin (Patricia Eichinger) an der alten Stadtmauer. (Foto: Sandra Chwatal, Burglengenfeld)

„Dienstbarkeiten“ der Bürger, die Hoch- und Niedergerichtsbarkeit im alten Landrichteramt Burglengenfeld und das Leben der Bürger in feudaler Zeit ist Thema einer Stadtführung, zu welcher der ehemalige Rechtspfleger Werner Chwatal am Sonntag, 6. Mai, um 15 Uhr einlädt. Treffpunkt ist am Europaplatz.

BURGLENGENFELD Werner Chwatal wird auf seinem Rundgang viele spannende Geschichten aus dem Gerichtswesen früherer Jahrhunderte zum Besten geben und bekommt dabei Unterstützung von Schauspielern, die an markanten Plätzen Szenen aus der Geschichte präsentieren. Der Weg führt durch die Altstadt zunächst zum Rathaus, wo seit dem Mittelalter die sogenannte „Niedere Gerichtsbarkeit“ gesprochen wurde, etwa wenn es um Beleidigungen, Raufhändel oder angebliche Zauberei ging. Vor dem Rathausaltbau befand sich früher auch der Pranger, an dem Schandtäter öffentlich ausgestellt wurden. Dann geht es zur Fronfeste, dem ehemaligen landesherrlichen Gefängnis der neuburgischen Burg- und Landesherren aus dem 16. Jahrhundert, wo die Teilnehmer auf einen berühmten „Apfeldieb“ und seine Frau treffen werden – sehr zum Missfallen seiner Gattin war der „Lump“ hier inhaftiert! An der Uferpromenade entlang der Naab werden „Altrechtliche Dienstbarkeiten“ vorgestellt und erläutert, ehe die Teilnehmer an der vormaligen Großen Kanzlei, dem früheren Sitz der neuburgischen Landesverwaltung und der landesherrlichen Gerichtsbarkeit, auf den Burglengenfelder Landrichter und Pfleger Wolfgang Adrian von Spiering treffen, der 1652 im 2. Obergeschoss des heutigen Oberpfälzer Volkskundemuseums seinen Bruder, einen Domprediger aus Regensburg, ermordete und seitdem dort noch heute herumgeistern soll. Die Führung endet am früheren Amtsgerichtsgebäude, dem jetzigen Neuen Stadthaus, von dessen Stufen aus ein Richter einige für unsere Ohren „sonderbare“ Urteile aus den Jahren nach dem 2. Weltkrieg verkünden wird.

Als ehemaliger Rechtspfleger beim Amtsgericht Burglengenfeld, dann in Schwandorf und inzwischen im verdienten Ruhestand, hat Werner Chwatal profunde Kenntnisse über den Gerichtsalltag früherer Jahrzehnte und bereits mehrfach als Burglengenfelder Stadtführer seine Gäste über die ernsthaften und kuriosen Geschehnisse vor Gericht aufgeklärt. Zusammen mit den Schauspielern in historischen Gewändern, die von Patricia Eichinger gestaltet wurden, ist die Führung nicht nur informativ, sondern auch ein großer Spaß.

Treffpunkt ist am Sonntag, 6. Mai, um 15 Uhr am Europaplatz, die Führung dauert rund anderthalb Stunden, die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro für Erwachsene, Kinder unter 8 Jahren sind frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


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