29.04.2018, 15:46 Uhr

Kultur Das Stadtmuseum Nittenau zeigt die Ausstellung „Über Stadtfarben und Wahrzeichen“

(Foto: Stadtmuseum Nittenau)(Foto: Stadtmuseum Nittenau)

Am 2. Mai, 19 Uhr, wird die Ausstellung „Über Stadtfarben und Wahrzeichen“ im Stadtmuseum Nittenau eröffnet. Nittenau erhielt vor 550 Jahren das Recht, ein eigenes Siegel zu führen. Dies ist Ausgangspunkt für die Betrachtung des Siegelbildes und der annähernd gleichzeitigen Ummauerung des Ortes – und das Nachwirken bis heute.

NITTENAU Das Siegelbild: ein grüner Segelbaum (Wacholderart) auf safrangelbem Hintergrund, der Baum mit den Wurzeln auf dem bayerischen Rautenwappen. Diese Komponenten sind so von dem Siegelverleiher, dem Pfalzgrafen Otto II. von Pfalz-Mosbach beschrieben und vorgegeben. Die Farben gelb und grün wurden in zahlreichen Variationen wieder aufgegriffen und stehen als Kürzel für die Stadt Nittenau.

In der Ausstellung werden zunächst diese drei Bestandteile erklärt und der Siegelverleiher vorgestellt.

Die Veränderungen des Siegelbildes während der letzten 550 Jahre betreffen vor allem die Form des Baumes, der als zwei rundgeschnittene Bäumchen den Nittenauern vertraut war – erst 1968 hat die Stadt Nittenau das ursprüngliche Bild des ersten bekannten Siegelabdrucks (1471) wieder angenommen.

Im 15. Jahrhundert entstand auch die Ummauerung des Ortes, vielleicht im Zusammenhang mit der Hussitengefahr, die allerdings nach 1433 eingedämmt war. Jedenfalls zeigen einige Ortsansichten des 16. Jahrhunderts den ummauerten Markt; die drei Türme Oberes, Unteres und Brücktor, wie sie Merian Mitte des 17. Jahrhunderts abbildet, sind im Laufe der Geschichte abgebrochen worden. Einzig der Storchenturm – und er nicht als Stadttor – hat überlebt, seine Funktion als Strafturm in der Nähe des Rathauses (und benachbart zum kirchlichen Bereich) ist belegt. Seine markante Gestalt wird seit der Wende zum 20. Jahrhundert bildmächtig für das Nittenau verwendet. Thema sind auch die Türmchen, die entlang der alten Stadtmauer entstanden waren, von denen noch zwei existieren.

Prägende Gestalt für die Dokumentation dieser alten Bauzeugnisse war Franz Michael Loritz (1858 bis 1926), der gleichzeitig auch die Außenwirkung des Orts und damit den Tourismus im Blick hatte. Schreibend und zeichnend hat er so das Bild von Nittenau in der öffentlichen Wahrnehmung mitgeprägt. Seine vielfältigen Postkartenmotive von Nittenau und Regental sind teilweise auch noch in Skizzen erhalten; es schließt sich die Postkartensammlung von Rudi Tonollo als Ausstellungsteil an, die das Weiterwirken von Loritz´Arbeit im Tourismus eindrücklich zeigt. In der Urkunde vom 11. November 1468 wurde nicht nur das wichtige Recht, selbst zu siegeln, damit Rechtsgeschäfte aller Art zu beurkunden und zu beglaubigen, verliehen, sondern auch die bisherigen Rechte und Freiheiten bestätigt.

Begleitend zur Ausstellung sind wieder einige Blätter zur Ortsgeschichte entstanden, die das Siegel erklären, näher auf den Jugenberg eingehen oder auch die Brunnen. Das Modell des neuen Heinrichsbrunnen auf dem Marktplatz ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.


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