11.11.2020, 09:46 Uhr

„E-Mission“ Maria Maier verwandelt Röntgenbilder in Kunstwerke

Künstlerin Maria Maier mit ihrer Arbeit „E-Mission“. Foto: Kathrin LechlKünstlerin Maria Maier mit ihrer Arbeit „E-Mission“. Foto: Kathrin Lechl

Am 8. November 1895, vor 125 Jahren also, entdeckte der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgenstrahlung, die dann nach ihm benannt wurde. Röntgen selbst hätte dieses Jahr seinen 175. Geburtstag. Diese zwei Jubiläen zum Anlass nehmend stellte Künstlerin Maria Maier im Wochenblatt-Interview in ihrem Atelier in Regensburg ihre Arbeit „E-Mission“ vor.

Regensburg. Dabei handelt es sich um eine auf Karton collagierte Serie aus Fotografien und Röntgenaufnahmen. Angefangen hat Maria Maier im Jahr 2000 mit dieser Arbeit. Mindestens 15 Jahre habe sie daran gearbeitet, erzählte Maier. Es sei ein Prozess gewesen, der mehrere Jahre gedauert hat: „Manche Dinge müssen wachsen“, erklärte Maier dazu. Zuerst fotografierte die in Amberg geborene Künstlerin in Südostasien, wo sie viele Jahre verbracht hat, Stromkabel. „Die Fotos der Stromkabel haben mich fasziniert“, berichtete sie. Dann habe sie lange überlegt, mit was sie die Fotos kombinieren könne. Denn Maier arbeitet gerne mit Bildkompositionen, zum Beispiel aus Fotos und Malereien.

Schließlich hat es „Klick“ gemacht und Maria Maier fand den perfekten Gegenspieler: Röntgenaufnahmen. Das Blau der Aufnahmen harmoniert perfekt mit dem Blau im Himmel der Fotografien, es erweitert gewissermaßen den Himmel. Die Farbschichten blau-schwarz und hell-dunkel, der Gegensatz des Verspielten einerseits und des Strengen andererseits – Maiers Werk „E-Mission“ beschäftigt sich mit Strahlung und Energiefluss und das in einer faszinierenden und persönlichen Art und Weise.

Die Fotos der Stromleitungen und die Röntgenbilder zerschnitt Maier und collagierte sie anschließend auf Karton. Es sei nicht ganz leicht gewesen an Röntgenaufnahmen zu kommen, verriet Maier. Anfangs habe sie eigene Aufnahmen verwendet, später habe sie misslungene Bilder erhalten und für ihre Serie verarbeiten dürfen. Die Röntgenbilder der ungefähr 40 Motive zeigen ganz unterschiedliche Körperteile, mal ist es ein Hüftknochen, mal eine Wirbelsäule ... „E-Mission“ sei fast schon „historisch“, so Maier, denn heutzutage gebe es Röntgenbilder praktisch nur noch digital auf CD oder Stick. „Ein Stück Geschichte“, sagte die Künstlerin, die sich auch viel mit dem Thema „Zeit“ beschäftigt. Mehr Infos zu Maria Maier und ihren Arbeiten findet man im Internet unter www.maria-maier.com.


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