30.10.2020, 10:46 Uhr

Denkmalschutzmedaille 2020 Auszeichnung in Regensburg überreicht

Staatsminister Bernd Sibler (rechts) mit Monika und Dr. Franz Schöfer.  Foto: Hans-Christian WagnerStaatsminister Bernd Sibler (rechts) mit Monika und Dr. Franz Schöfer. Foto: Hans-Christian Wagner

Denkmalschutzmedaille 2020 für Monika und Dr. Franz Schöfer für Instandsetzung einer ehem. Romanischen Kapelle in Regensburg. Kunstminister Bernd Sibler überreicht Auszeichnung – „Spuren der Vergangenheit als selbstverständliche Merkmale eines alten Hauseserhalten“

Regensburg. Monika und Dr. Franz Schöfer erhalten eine von bayernweit 26 Denkmalschutzmedaillen 2020. Kunstminister Bernd Sibler überreichte ihnen gestern vor Ort in der Regensburger Altstadt die Auszeichnung. Das Ehepaar hat ein mittelalterliches Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert, das in der frühen Neuzeit zum Wohnhaus umgebaut wurde, instandgesetzt und zum Hotel umfunktioniert.

Kunstminister Bernd Sibler dankte Monika und Dr. Franz Schöfer für ihr

herausragendes Engagement für den Denkmalschutz und betonte: „Ihrem

behutsamen Vorgehen haben wir es zu verdanken, dass an diesem Gebäude bis heute seine abwechslungsreiche Geschichte sichtbar ist. Sie haben Spuren der Vergangenheit als selbstverständliche Merkmale eines alten Hauses erhalten. Dieses Sanierungsprojekt ist von beispielhafter Konsequenz. Herzlichen Dank für diesen Einsatz!“

„Ein solches Projekt braucht Begeisterung, aber auch Mut – etwa, wenn es darum geht, in Hotelzimmern auf glatt verputzte Wände zu verzichten, um die Gestaltungsschichten der jeweiligen Epochen und Bauphasen zu zeigen. Monika und Dr. Franz Schöfer haben diesen Mut bewiesen und dem historischen Charakter ihres Hauses den nötigen Raum gegeben“, ergänzte Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil.

Das Gebäude ist im 12. Jahrhundert als romanische Doppelkapelle St. Georg erbaut worden. Mit seiner lombardisch geprägten Bauzier gehört es zu den interessantesten Sakralbauten Regensburgs, auch weil es der erste der Stadt war, dessen drei Schiffe auf Kreuzpfeilern ruhten. Nach der Profanierung haben die Besitzer in das Obergeschoss Wände eingezogen. Im 16. und 17. Jahrhundert erhielt das Haus ein weiteres Voll- sowie zwei Dachgeschosse. Die einstige Mittelapsis der Kapelle wuchs zu einem Halbturm in die Höhe. Noch heute setzt sie sich gut sichtbar an der Ostfassade ab. Die oberen Geschosse dienten als Wohnung, das Erdgeschoss als Werkstatt und Lager und zuletzt als Laden. Innen haben die Restauratoren Wandschichten aus verschiedenen Epochen großzügig

freigelegt und gefestigt, so dass der gesamte Raum in seiner historischen

Dimension erlebbar bleibt. Im Obergeschoss überziehen gemalte Rosenranken den Putz. Im Erdgeschoss wurden das Bodenniveau abgesenkt und die Halle ihren originalen Proportionen als Kapelle angepasst. Wo es möglich war, wurde auf neue Baustoffe verzichtet.

Mit der Regensburger Hoteliersfamilie Stephanie und Peter Birnthaler haben Monika und Dr. Franz Schöfer einen Pächter gefunden, der sehr sensibel mit dem geschichtsträchtigen Objekt umgeht.


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