27.10.2020, 13:47 Uhr

Acht Kritiker-Nennungen Würdigung des Theaters Regensburg im Jahrbuch 2020 des Fachmagazins „Opernwelt“

„La Fida Ninfa“. Foto: Jochen Quast„La Fida Ninfa“. Foto: Jochen Quast

Die Fachzeitschrift für Musiktheater „Opernwelt“ veröffentlicht jährlich im Oktober eine Umfrage bei circa fünfzig namhaften Musikkritikern, die einen bewertenden Rückblick auf die zurückliegende Theatersaison werfen. Beurteilt wird in Kategorien wie „Opernhaus des Jahres“ (Grand Théâtre de Genève/Oper Frankfurt), „Uraufführung/Sänger/Sänger/Wiederentdeckung/Ausstattung … des Jahres“.

Regensburg. Das Theater Regensburg freut sich sehr, mit acht Nennungen im „Opernwelt“-Jahrbuch 2020 bedacht worden zu sein, die insbesondere die Wiederentdeckung von Vivaldis „La fida ninfa“ (Ausstattung von Manuel Kolip, Ensemblemitglied Sara-Maria Saalmann) betreffen, die Uraufführung der Auftragsoper zum Beethoven-Jahr „Minona“ und die Musiktheaterperformance „M‘Orpheo“ (Monteverdi/Gebrüder Teichmann/Hauen & Stechen). Den Großteil der Nennungen kann mit vier Würdigungen die von Johannes Pölzgutter inszenierte Vivaldi-Oper „La fida ninfa“ für sich in Anspruch nehmen, die in der Wiederaufnahme derzeit wieder im Theater am Bismarckplatz zu sehen ist. Schon nach der Premiere schließt Egbert Tholl (Süddeutsche Zeitung) seine Kritik: „Eine Barockoper, wie sie sein soll: voller Leidenschaft und Virtuosität. Großartig!“

Eine besondere Würdigung erfährt Sopranistin Sara-Maria Saalmann als Nachwuchskünstlerin. Sie gehört seit 2018/19 dem Ensemble des Regensburger Theaters an. Ihre Verkörperung des „Morasto“ beschreibt Andreas Meixner (Opernglas) wie folgt: „Saalmann wütet in tiefster Eifersucht durch die halsbrecherischen Kurven ihrer Arien, findet aber ebenso zu höchst zerbrechlicher Anmutung, in verzweifelter Liebessehnsucht.“ Ausstatter Manuel Kolip wird für seine „kluge und einfühlsame Nutzung barocker Bühnenpraxis für ein Spiel um die heilende Kraft des Idylls in Zeiten des Krieges“ (Jan Brachmann, FAZ) benannt.

Weitere Nennungen entfallen auf die von Jüri Reinvere im Auftrag des Theaters Regensburg komponierte Uraufführung „Minona. Ein Leben im Schatten Beethovens“, auf Angelo Pollak als Nachwuchskünstler, der bis 2018/19 Teil des Regensburger Ensembles war und auf das Musiktheaterkollektiv „Hauen und Stechen“, die mit „M‘Orpheo“ für das letzte Opernerlebnis vor dem Corona-Lockdown verantwortlich zeichneten. „Die Musik wird gefeiert, Monteverdi und Teichmann schieben sich immer stärker ineinander, der Rausch stellt sich ein. Und auch eine mögliche Zukunft des Genres Oper.“ – so das Fazit von Egbert Tholls Premierenkritik in der Süddeutschen Zeitung im März 2020.


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