09.10.2020, 21:01 Uhr

„Volltreffer gelandet“ Der Bezirk Oberpfalz zeichnet Kindertheater „Der kleine Drachenstich“ mit dem Jugend-Kulturförderpreis aus

Bezirkstagspräsident Franz Löffler übergibt den mit 1.000 Euro dotierten Preis mit Urkunde an das Kinder-Ritterpaar. Foto: Bezirk OberpfalzBezirkstagspräsident Franz Löffler übergibt den mit 1.000 Euro dotierten Preis mit Urkunde an das Kinder-Ritterpaar. Foto: Bezirk Oberpfalz

Bezirkstagspräsident Franz Löffler hat die zahlreichen Mitstreiter des Kindertheaters „Der kleine Drachenstich“ mit dem Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz im Bereich „Soziokultur und ästhetisch-künstlerisches Handeln“ ausgezeichnet.

Furth im Wald. „Mit diesem Preis hat der Bezirk einen Volltreffer gelandet“, lobte Franz Löffler die jungen Schauspieler im Alter von vier bis zwölf Jahren und die Organisatoren des Festspiels. Kinderdrachenstich, historischer Spieleparcours und Kinderfestumzug: In dem von der Schriftführerin des Vereins Stefanie Macharowsky erstellten Kurzfilm wurde deutlich, mit welcher Begeisterung die Kinder „künstlerisch außergewöhnliche Leistungen auf die Bühne bringen“, so Bezirkstagspräsident Löffler. Mit seiner 40-jährigen Erfahrung im Trenck-Verein Waldmünchens könne er einschätzen, welche Gemeinschaftsleistung hinter den Aufführungen stecke.

Corona-bedingt ist der Kinderdrachenstich dieses Jahr ausgefallen. „Viele Kinder haben deshalb die Sommerferien als leer erlebt“, so Löffler. Gefehlt habe den Kindern die Wochen intensiver Vorbereitung, die mit einem zweitägigen Workshop Ende Juni im Schullandheim Gleißenberg beginnt, bei der Kennenlernparty am letzten Schultag fortgesetzt wird und in die Probenarbeit in den Schulferien mündet. Das Laientheater fördere so die Entwicklung zu eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen und schöpferisch gestaltenden Menschen. „Neben Elternhaus und Schule schafft der Kinderdrachenstich soziale Bindungen“, hob Löffler hervor. Die Kinder würden ein Leben lang von diesem besonderen Gemeinschaftserlebnis profitieren. Der Verein leiste so auch einen wichtigen Beitrag zur Jugendarbeit.

Die Anziehungskraft der Kinderdrachenstich-Gemeinschaft wirkt bayernweit: Vereinsvorsitzende Julia Macharowsky berichtet, dass ehemalige Further aus ganz Bayern in den Sommerferien ihre Kinder zu Verwandten oder Freunden bringen würden, sodass diese bei Proben und Aufführung mitmachen können. Die jungen Menschen und die Verantwortlichen im Verein würden so auch einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Furth im Wald leisten, hob Löffler hervor. Der Preisträger decke damit hervorragend die besondere Qualität im Bereich „ästhetisch-künstlerisches Handeln und Soziokultur“ ab.

Löffler betonte, dass die 2010 gemeinsam mit dem Bezirksjugendring Oberpfalz neu geschaffenen Ausschreibungsrichtlinien dem Bezirk hervorragende Bewerbungen aus der Oberpfälzer Jugendkultur eingebracht haben. Festspiele seien auch ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Erbe einer Region und wirkten als Wirtschaftsmotor und Touristenmagnet, so Löffler. „Der Drachenstich belegt das durch die Aufnahme in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes“, stellte Löffler heraus. Außerdem würden Festspiele Heimat bieten, „als eine Kultur des Zusammenlebens, die der Vielfalt unserer Gesellschaft gerecht wird“, so Löffler. Unsere Heimat brauche Nachwuchs, der die Werte und Ideen teile und weitertrage, traditionsbewusst sei ohne sich dem Neuen zu verschließen. Den Kindern des „Kleinen Drachenstichs“ gelinge das ganz hervorragend Bezirksjugendvorsitzender Philipp Seitz verband sein Lob an die Preisträger mit dem Hinweis, dass der Jury die Auswahl des Kindertheaters „Der kleine Drachenstich“ als Preisträger „leicht gefallen“ sei.

Furth im Walds Bürgermeister Sandro Bauer bedankte sich bei allen Beteiligten, die jedes Jahr das Kinderdrachenstich-Wochenende „hochmotiviert“ auf die Beine stellen. „Vor rund 1500 Leuten seine Rolle überzeugend darzustellen, diese Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen“, bekräftigte er seine Anerkennung. Die Stadt Furth im Wald, die Festspielgemeinschaft, Bezirk und Bezirksjugendring hoffen, dass es im kommenden Jahr wieder heißen kann: „Der Drache ist tot, Furth im Wald lebt.“


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