17.09.2020, 11:57 Uhr

Kultur Das Gartenhaus ist weg – wie geht‘s weiter im Königswiesenpark?

Architekt Stefan Ebeling erklärt, was es mit dem Gartenhaus auf sich hatte.  Foto: Ursula HildebrandArchitekt Stefan Ebeling erklärt, was es mit dem Gartenhaus auf sich hatte. Foto: Ursula Hildebrand

Das alte Gartenhaus aus dem Jahr 1895 im Königswiesenpark in Regensburg hatte der Verein Arbeitskreis Kultur Regensburger Bürger (AKK) trotz vieler Bemühungen nicht retten können – die Stadt ließ das Gebäude im vergangenen Jahr abreißen, Mitte November 2019 verschwanden auch die letzten Reste des Gebäudes.

Regensburg. Die Stelle, an der es stand, wurde aufgeschüttet, um das Abrutschen des Hanges zu verhindern. Der Arbeitskreis Kultur Regensburger Bürger hat aber nicht aufgegeben – wenigstens die Erinnerung an das Gut Königswiesen will man nun aufrecht erhalten.

Am Freitag, 11. September, traf man sich im Königswiesenpark an der Stelle, an der das Gartenhaus stand. Ein Gartenhaus, das eine „frappierende Ähnlichkeit mit dem Goethes in Weimar“ hatte, das hatte Joachim Buck, AKK-Vorsitzender, schon im November 2019 bei einem Pressetermin erläutert. „Hier würde auch keiner jemals auf die Idee kommen, es abzureißen“, hatte Buck damals formuliert. Und auch heute noch sehen es viele als „Sünde“ an, dass das Gartenhaus einfach so aus dem Park verschwunden ist. Von der Ankündigung, die Stelle, an der das Gartenhaus stand, in den Park zu integrieren und für eine Aufwertung zu sorgen, sei auch nichts zu sehen – im Gegenteil, das Gelände sei einfach aufgeschüttet worden. Und in der Tat – besonders schön sieht es aktuell dort nicht aus.

Bis in die 1960er-Jahre des letzten Jahrhunderts waren das Gut Königswiesen auf der natürlichen Anhöhe und die Felder darum landwirtschaftlich genutzt worden. Der Wohnungsmangel verleitete die Stadt dazu, einige Flächen bebauen zu lassen, das Wohngebiet „Königswiesen-Nord“ entstand. Aus dem Landgut wurde ein Park – herrschaftliche Attribute wie Rosengarten, Teich und Springbrunnen waren da bereits längst verschwunden. Das Gartenhaus diente dann noch einige Jahre dem Stadtgartenamt. Dann stand es leer und verkam, bis der Grundstücksausschuss der Stadt 2017 den Abriss beschloss, der dann 2019 in die Tat umgesetzt wurde – gegen den Protest des Arbeitskreises.

Der Arbeitskreis Kultur möchte nun zumindest an das Gut erinnert wissen. Man könnte das Gartenhaus als Konstruktion aus Holzlatten wieder auferstehen lassen – zumindest zeitweise. Zudem biete sich die Einbuchtung im Park, in der das Häuschen stand, auch als Freilufttheater an. Stefan Ebeling, Architekt und Bauforscher, hält es nicht für ausgeschlossen, dass die Fläche auch vor vielen Jahrhunderten so genutzt worden ist. Einige Sitzreihen könnte man anlegen – der Platz vor der Fläche könnte für Zuschauer genutzt werden. Natürlich müsse man dann auch die Wege des Parkes an dieser Stelle etwas umgestalten – aber möglich wäre es. So könnten Therateraufführungen oder auch Sommerkonzerte stattfinden. So könnte man auch an den Komponisten Max Reger erinnern, der mehrfach zu Besuch war.

Am Freitag waren auch die Stadträte Dr. Thomas Burger (SPD), Irmgard Freihoffer (Linke) und Benedikt Suttner (ÖDP) zum Treffen im Park gekommen, um sich zu informieren. Man müsse „etwas Stimmiges schaffen“, so Dr. Burger. Suttner wünschte sich „Räume für Kultur“ , schon mit wenig finanziellem Aufwand sei hier etwas möglich.

Der Arbeitskreis sammelt nun weitere Ideen – diese können per Mail an info@akku-regensburg.de geschickt werden. Weitere Informationen rund um das Gartenhaus gibt es auch im Internet unter www.akku-regensburg.de.


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