11.09.2020, 11:09 Uhr

13. September Vielfältiges Programm zum „Tag des offenen Denkmals“

Bedienstete der Regierung der Oberpfalz erzählen die Geschichte des Regierungsgebäudes. Foto: Kathrin LechlBedienstete der Regierung der Oberpfalz erzählen die Geschichte des Regierungsgebäudes. Foto: Kathrin Lechl

An jeder Ecke in Regensburg gibt es interessante Geschichten zu entdecken. An den vielen denkmalgeschützten Gebäuden gehen tagtäglich tausende Menschen vorbei. Zur bundesweiten Aktion „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September, bietet das Amt für Archiv und Denkmalpflege der Stadt Regensburg ein vielfältiges Programm an.

Regensburg. Unter dem diesjährigen Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ finden auch in Regensburg zahlreiche Führungen statt. Dr. Maximilian Fritsch vom Amt für Archiv und Denkmalpflege erklärt: „Damit angesprochen werden Änderungen und Nutzungsänderungen von Denkmälern, also Aspekte praktischer Denkmalpflege: Wie und warum gestalte ich ein Gebäude um, welche Materialien verwende ich? Wird nachhaltig gearbeitet, indem alte Baustoffe weiterverwendet werden?“

Insgesamt gibt es 43 Veranstaltungen in ganz Regensburg, aber hauptsächlich in der Innenstadt. Während andere Landkreise und Städte dieses Jahr corona-bedingt keine Veranstaltungen anbieten oder digital, hat sich die Stadt Regensburg „hinsichtlich der Erlebbarkeit für eine Präsenzveranstaltung unter Pandemieauflagen“ entschieden. Die Fragen der Denkmalpflege können besser am Objekt selbst erlebt werden als digital, erklärt Fritsch und fügt hinzu: „Außerdem sind wir als Welterbestadt auch verpflichtet, den Wert unseres Kulturerbes zu vermitteln, gerade in so einem schwierigen Jahr wie diesem. Auch die Gästeführerinnen und Gästeführer sind Teil des Kulturlebens und dieses darf nicht zum Erliegen kommen.“

So werden im Stadtwesten die beiden Kirchen St. Georg und St. Anna besichtigt, im Stadtosten zum Beispiel das alte Finanzamt, der Villapark oder die Kreuzhofkapelle. In der Altstadt laden unter anderem die vielen Plätze ein, ihre Geschichten zu erkunden. Neben Domplatz, Haidplatz und Bismarckplatz sind auch der Emmeramsplatz und der Neupfarrplatz äußerst spannend.

„Gasthaus – Residenz – Behörde“ – unter diesem Titel erläutern Bedienstete der Regierung der Oberpfalz die Geschichte des Regierungsgebäudes beziehungsweise der verschiedenen Gebäudeteile. Aus einem klösterlichen Gästehaus und einer Gastwirtschaft entstand dort die spätere Residenz des Prinzipialkommissars.

Die Außenführung am Neupfarrplatz findet zusätzlich in leichter Sprache und mit Gebärdensprachbegleitung statt. Das Document Neupfarrplatz ist wegen Corona nicht zugänglich, aber der Platz selbst bietet genug Erzählstoff: 1529 wurde die Synagoge zerstört und die jüdische Gemeinde vertrieben. In den 1990er-Jahren wurden die jüdischen Spuren untersucht und für die Bevölkerung anschaulich gemacht. Heute erinnert dieser zentrale Ort an die Geschichte der Juden in Regensburg.

Zwei Kinderführungen bringen den Kleinen die Geschichte der Altstadt und die der Glasfenster im Dom näher. Das ausführliche Programm und weitere Infos gibt es im Internet unter www.regensburg.de. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Plätze begrenzt und und die Gäste tragen eigene Masken. Die Stadt informiert: „Abstände von unter 1,5 Metern und spontane Menschenansammlungen ohne Anmeldungen sind verboten. Alle angebotenen Besichtigungen erfolgen in eigener Verantwortung, vor allem in gesundheitlicher Hinsicht.“

Die Veranstaltungen können wegen Corona nur nach vorheriger Anmeldung besucht werden. Die Frist ist bereits abgelaufen. Der „Tag des offenen Denkmals“ findet jedoch bundesweit statt: Zahlreiche Landkreise und Städte bieten dieses Jahr digitale Veranstaltungen an. Mehr Infos dazu findet man im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. Und vielleicht fühlt sich der ein oder andere inspiriert, auf eigene Faust mit offenen Augen durch die Straßen und über die Plätze in Regensburg zu spazieren und interessante Geschichte(n) zu entdecken.


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