13.08.2020, 15:20 Uhr

Besser Abstand halten „Corona Design Lab“ der Studierenden der OTH Regensburg im „Donumenta Art Lab Gleis 1“

Mit Abstand schöner einkaufen mit dem Corona Cart von „Supertecture“. Foto: Till GrönerMit Abstand schöner einkaufen mit dem Corona Cart von „Supertecture“. Foto: Till Gröner

Corona verändert unseren Alltag und mit ihm die Dinge des täglichen Gebrauchs. Das erkannten Studierende der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) gleich nach dem Lockdown. Für die neuen Anforderungen an Abstand und Hygiene fanden sie simple bis aufwändige Lösungen, zu sehen im „Donumenta Art Lab Gleis 1“ am Hauptbahnhof Regensburg vom 21. August bis zum 6. September, mittwochs bis sonntags, von 14 bis 19 Uhr.

Regensburg. Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, Distancing, Home Office – für die Studierenden der OTH war schnell klar, diese Begriffe betreffen den Raum. Als angehende Architektinnen und Architekten fühlten sie sich angesprochen, stuften ihre Fakultät als systemrelevant ein und fanden Antworten auf die Frage: Wie können wir ohne das Risiko einer Virusinfektion zusammenkommen? Wie kann Architektur unter dem Vorzeichen der Pandemie neu gedacht werden? „Wenn es um Treffpunkte und den öffentlichen Raum geht, fühlen wir uns angesprochen“, sagt Sprecherin Theresa Bösl.

Für ihr „Corona Design Lab“ arbeiten die Studierenden aus einem Think-Tank an der Architekturschule der OTH mit einer Task-Force junger Architekten von „Supertecture“ (gemeinnützige Organisation für Entwurf und Bau gemeinnütziger Projekte im „Globalen Süden“) zusammen. Till Gröner, Mitbegründer von „Supertecture“ leitete das Seminar. Im „Donumenta Art Lab Gleis 1“ finden die Studierenden jetzt den geeigneten Raum für systemrelevantes Design. Ihre Entwürfe begreifen sie als Open Source. Ihre Ideen sind in einem Booklet veröffentlicht. Bauanleitungen gibt es zum Herunterladen.

Bei ihrer Entwurfsarbeit reflektieren die Studierenden ihre Rolle als Konsumenten, Gestalter und Kritiker. Ihre Entwürfe rangieren zwischen praktisch und poetisch, wie die auf Abstand gehängten Hängematten im Park. Dass die Corona-Möblierung des urbanen Raums schließlich zur sozialen Plastik gerät, zeigen vor allem die Stadtmöbel, die das Gros der Entwürfe ausmachen. Dazu gehören mehreckige Lounges mit Plexiglasabtrennungen oder Relax-Stationen wie Coronoskop. Man legt sich hinein, macht es sich rücklings gemütlich und kommuniziert über einen Spiegel, der an der Decke angebracht ist, mit den Freundinnen und Freunden in den anderen Kabinen. Beim Coronophon handelt es sich um eine Neuauflage des alten Bechertelefons – mit integrierter Haube verhindert es die Ansteckung durch Aerosole. Mehr Sicherheit im Einzelhandel ermöglicht das Coronakart, ein Einkaufswagen mit Plastikhaube bietet wie viele andere Design-Innovationen der Studierenden Schutz und Abstand gleichzeitig.

Am Freitag, 21. August, um 17 Uhr, findet eine Preview statt, die Eröffnung ist um 18 Uhr im „Donumenta Art Lab Gleis 1“ am Hauptbahnhof Regensburg. Weitere Informationen und Führungen findet man im Internet unter www.donumenta.de.


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