22.06.2020, 17:56 Uhr

Solidaritätsaktion „Night of Light“ – ein flammender Appell an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft

 Foto: Kathrin Lechl Foto: Kathrin Lechl

„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht!“ – so startet der Appell der Initiatoren zur Solidaritätsaktion „Night of Light“.

Regensburg. Weiter heißt es: „Innerhalb kürzester Zeit haben die behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise die gesamte Veranstaltungswirtschaft an den Abgrund gedrängt. Einem riesigen Wirtschaftszweig ist praktisch über Nacht die Arbeitsgrundlage entzogen worden, eine Pleitewelle enormen Ausmaßes droht mit gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt und die kulturelle Vielfalt als tragende Säule unserer Gesellschaft. Die Aktion ,Night of Light‘ vereint Marktteilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft, um in einer konzertierten Aktion ein imposantes Zeichen für eine vom Aussterben bedrohte Branche zu setzen und zu einem Dialog mit der Politik aufzurufen, wie Lösungen und Wege aus der dramatischen Lage entwickelt werden können.„

In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni werden Akteure aus der Veranstaltungsbranche bundesweit in mehr als 250 Städten Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke mit rotem Licht illuminieren: leuchtende Mahnmale als flammender Appell zum Einstieg in einen Branchendialog, der die Vielfältigkeit der Veranstaltungswirtschaft und den akuten Unterstützungsbedarf thematisieren soll.

Auch die Regensburger Veranstaltungsszene wird am Abend des 22. Juni zwischen 21 und 23 Uhr mehrere rot leuchtende Zeichen setzen und folgende Gebäude illuminieren: Theater am Bismarckplatz (ausschließlich Nordseite/Arnulfsplatz – bewusst wird die Bismarckplatz-Seite nicht illuminiert, um die Stadt Regensburg darin zu unterstützen, Menschenansammlungen an diesem beliebten Platz zu reduzieren. Nur wenn derzeit die Abstandsregelungen eingehalten werden, kann eine „zweite Welle“ vermieden werden – und nur dann hat die Veranstaltungswirtschaft eine Chance auf den Neustart.), Neupfarrkirche, Thon-Dittmer-Palais, Velodrom, Marinaforum, Besucherzentrum Welterbe/Salzstadl, Degginger, Herzogshof.

In Regensburg ging die Initiative zur Teilnahme an der „Night of Light“ von Eduard Paulin (Sugar) aus, der an die städtischen Techniker herantrat, für die eine Mitwirkung schnell klar war. Den Impuls der technischen Mannschaften von Theater Regensburg und Kulturamt nahmen die jeweiligen Leiter gerne auf, um sich mit Partnern und Kollegen solidarisch zu zeigen.

Intendant Jens Neundorff von Enzberg: „Die Veranstaltungswirtschaft vereint über 150 verschiedene Gewerke und Spezialdisziplinen in sich. Auch wir als Theater mit vielen eigenen Spezialisten sind auf die Zusammenarbeit mit Veranstaltungsexperten angewiesen. Leider ist die Lobbyarbeit in so heterogenen Branchen wie dieser erfahrungsgemäß schwierig. Umso wichtiger ist es, dass wir nun zusammenhalten und solidarisch sind. Die Gesellschaft profitiert von der vielfältigen Kultur, die es nun zu retten gilt.«

Kulturreferent Wolfgang Dersch: „Damit Kunst und Kultur in Form von Veranstaltungen sichtbar werden und zu ihrem Publikum kommen, braucht es eine große Maschinerie, die oft vor allem im Hintergrund agiert: Techniker, Caterer, Logistiker, Ticketverkäufer, Grafiker, Sicherheitsleute und viele mehr. Sie alle bilden die Veranstaltungsbranche, die durch das Projekt „Night of Light“ stärker in unsere Wahrnehmung rücken soll. Daher unterstützt das Kulturreferat diese Aktion gerne.“


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