18.05.2020, 14:09 Uhr

Thema „Veränderung“ Zwei Regensburger gewinnen beim Jugendfotopreis Oberpfalz 2020

„Nur vier Sekunden: 16.000 Tonnen Schutt und Erinnerung“. Foto: Andreas Staufer„Nur vier Sekunden: 16.000 Tonnen Schutt und Erinnerung“. Foto: Andreas Staufer

Am Samstag, 16. Mai, wurden die Jugendfotopreise Oberpfalz verliehen. Die besten Bilder von jungen Oberpfälzer Fotografinnen und Fotografen zwischen 14 und 26 Jahren zum Thema „Veränderung“ wurden in einer Online-Preisverleihung ausgezeichnet.

Regensburg. Zwei junge Regensburger ergatterten die begehrten Auszeichnungen. Maximilian Häring belegte in der Alterskategorie 22 bis 26 Jahre mit seinem Bild „Zölibat“ den zweiten Platz. Ebenfalls in der Alterskategorie 22 bis 26 Jahre konnte Andreas Staufer die Jury mit seiner Bilderreihe „Nur vier Sekunden: 16.000 Tonnen Schutt und Erinnerung“ überzeugen und den dritten Platz belegen. Die Preise überreichte Philipp Seitz, Vorsitzender des Bezirksjugendrings Oberpfalz und Veranstalter des Jugendfotopreises Oberpfalz.

Jugendfotopreisträger Maximilian Häring kritisiert mit seinem gleichnamigen Bild den Zölibat in der Kirche. Er wirft die Frage auf, welche Folgen der Zölibat haben kann, und sucht dabei die Provokation. Jurymitglied Alexander Feig, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photografie und mit seinem Studio „feigfotodesign“ Preisträger vieler renommierter Auszeichnungen, würdigt das Bild als „gelungenes und überraschendes Experiment“. In Anlehnung an Roy Lichtenstein hätte Maximilian Häring nach einer eigenen Bildsprache gesucht, die er technisch, fotografisch und künstlerisch gut umsetzt. Durch das Kostüm würde eine Szenerie geschaffen, deren Bildbotschaft durch Fotografie und Denkblase vermittelt wird.

Der Nachwuchsfotograf Andreas Staufer zeigt eine andere Sicht auf das Thema „Veränderung“. Er dokumentiert in seiner Bilderreihe die Sprengung des Wirsings-Turms am Keppler-Areal in Regensburg. Jurymitglied Florian Birkenseer, selbst Fotograf und Filmemacher, lobt diese Herangehensweise: „Nur vier Sekunden“ – so lange dauerte die Sprengung des Wirsing-Turms am Keppler-Areal in Regensburg. Vier Sekunden, in denen ein Monument wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Andreas hat seinen Standort gut gewählt, den Betonklotz aus verschiedenen Richtungen fotografiert. Die Kontraste sind stimmig und nehmen den Betrachter in der Ich-Perspektive mit. Mittendrin und live dabei, genau wie die Menschen, die das Geschehen mit verfolgen.”

Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Verleihung der Preise nicht im „W1 – Zentrum für junge Kultur“, sondern online statt. Der Wettbewerb startete im Januar dieses Jahres und suchte Fotografien von Jugendlichen, die sich mit dem Thema „Veränderung“ befassen. „Das Thema Veränderung ist aktueller denn je, da gerade wegen der Corona-Pandemie sehr große, umwälzende Veränderungen in unserem Leben stattfinden“, stellte Philipp Seitz, Vorsitzender des Bezirksjugendrings Oberpfalz und Veranstalter fest. Insgesamt wurden über 80 Fotografien eingereicht. Teilnehmen konnten alle Jugendlichen zwischen 14 und 26 Jahren, die in der Oberpfalz wohnen. Professionell oder kommerziell arbeitende Fotografen waren ausgeschlossen. „Das Besondere an den Bildern des Jugendfotopreises ist die Experimentierfreude und Kreativität, die uns oft sehr überraschende Einblicke in die Lebenswelt von Jugendlichen gibt“, so Florian Rottke, Jurymitglied und Regensburger Stadtrat. Alle Preisträgerinnen und Preisträger sind im Internet unter www.jugendfotopreis-oberpfalz.de zu sehen.

Ziel des Jugendfotopreises ist es, jugendlichen Medienmacherinnen und -machern ein Forum zu bieten, sich auszutauschen und sich weiter zu qualifizieren. Die Jugendlichen konnten daher vor der Preisverleihung in Webinaren ihr Know-How verbessern. Die Webinare wurden von ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Jugendfotopreises sowie professionellen Fotografen angeboten. Veranstalter des Jugendfotopreises Oberpfalz sind der Bezirksjugendring Oberpfalz, die Medienfachberatung für den Bezirk Oberpfalz, das „JFF – Institut für Medienpädagogik“ und das „W1 – Zentrum für junge Kultur“ in Regensburg. Unterstützt wird der Wettbewerb durch den Bezirk Oberpfalz, das „bayernLab“ Nabburg und C3 Marketing Agentur GmbH.


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