07.05.2020, 14:49 Uhr

Nach dem Shutdown Am 12. Mai − das Kunstforum Ostdeutsche Galerie öffnet wieder

 Foto: Wolfram Schmidt, Regensburg Foto: Wolfram Schmidt, Regensburg

Am Dienstag, 12. Mai, ist es so weit! Nach knapp zwei Monaten darf das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg wieder seine Tore öffnen.

Regensburg. Die Museumsbesucherinnen und -besucher erwartet die Ausstellung „Reisen. Entdecken. Sammeln“, die bis 5. Juli verlängert wird. Das Rahmenprogramm bleibt zwar vorerst aus, dafür bietet das Museum einen sicheren Raum für den individuellen Kunstgenuss. Im Sommer folgen kleinere Pop-up-Präsentationen, die große Ausstellung „Peter Weibel – (Post-)Europa? Lovis-Corinth-Preis 2020“ wird in den Herbst verschoben.

Das Museumsteam des Kunstforums Ostdeutsche Galerie freut sich schon, am Dienstag die ersten Gäste zu empfangen. „Wir haben ein detailliertes Konzept entwickelt, um die Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher zu schützen,“ berichtet Museumschefin Dr. Agnes Tieze. In die Museumsräume darf man nur mit bedecktem Mund und Nase. Falls kein eigener Mundschutz vorhanden ist, kann man an der Kasse eine Einweg-Maske erwerben. Den gesamten Monat Mai bietet das Museum gesonderten Zugang für Seniorinnen und Senioren: Von Dienstag bis Sonntag ist jeweils zwischen 10 und 11 Uhr ausschließlich für Personen ab 65 Jahren geöffnet. Ansonsten gelten die regulären Öffnungszeiten –Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, am Donnerstag 10 bis 20 Uhr. Eine Ausnahme gibt es lediglich am Donnerstag, 28. Mai: Von 17 bis 20 Uhr ist das KOG exklusiv für die Freunde und Förderer des Kunstforums Ostdeutsche Galerie reserviert.

Zu sehen ist neben der Schausammlung die Ausstellung „Reisen. Entdecken. Sammeln“. Formen und Farben in verschiedenen Zusammenstellungen und deren unterschiedliche Wirkung – das ist das gemeinsame Thema der vier ausgestellten Künstler. Jan Kubícek, Zdenek Sýkora, Jirí Kolár und Miloš Urbásek gehörten in der sozialistischen Tschechoslowakei der 1960er- bis 1980erJahre zu denjenigen, die abseits der offiziellen Kunst eigene Wege gingen. Parallel zu ihren Kollegen jenseits des Eisernen Vorhangs fanden sie zur sogenannten Konkreten Kunst. Einen zeitgeschichtlichen Kontext geben den Exponaten aus der Kunstsammlung des ehemaligen Osteuropakorrespondenten Hans-Peter Riese Fotografien von Barbara Klemm, die vielfach Rieses Artikel in der FAZ begleiteten. Die am 21. Februar eröffnete Ausstellung konnten aufgrund der Schließung bisher nicht viele Besucherinnen und Besucher besichtigen. Nun wird sie bis 5. Juli verlängert.

Die Verschiebung im Ausstellungsprogramm des Jahres 2020 betrifft auch die ursprünglich für den Sommer geplante Präsentation des Medienkünstlers Peter Weibel. Der Lovis-Corinth-Preisträger 2020 zeigt eine Auswahl seiner Werke unter dem Titel „(Post-)Europa?“, darunter inhaltlich sehr aktuelle Arbeiten wie „Station W – die Welt ein Krankenhaus“ (2019) oder „Brennt das Haus Europa?“ (2020). Die neue Laufzeit ist vom 3. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021. Der Ausstellungskatalog erscheint Anfang Juni und ist im Museumshop erhältlich. Die Ausstellung „Grenzen in der Kunst – tschechische Kunst in drei Generation“ folgt ab dem 21. Mai 2021.

In den Sommermonaten können sich die Besucherinnen und Besucher auf Pop-up-Präsentationen freuen, etwa die Serie „StellDichEin“. Ausgewählte Schätze aus der Grafischen Sammlung des KOG stehen hier Kunstwerken der Dauerausstellung gegenüber, wobei überraschende Zusammenhänge aufgedeckt werden. Die Reihe konzipierte Dr. Nina Schleif als Abschiedsgeschenk für das Museum. Ab April 2020 ist die nun ehemalige Leiterin der Grafischen Sammlung und Kuratorin mehrerer erfolgreicher Ausstellungen im KOG für die Staatliche Graphische Sammlung München im Referat niederländische Kunst 15.-18. Jahrhundert tätig.

Das Jubiläumsprogramm zum 50-jährigen Bestehen des Museums, das im Juni und Juli stattfinden sollte, wird teils der aktuellen Situation angepasst, teils in den Herbst verschoben.


0 Kommentare