19.02.2020, 15:26 Uhr

Zum ersten Mal Würzburger und Regensburger Gästeführer lernen voneinander

 Foto: Claudia Erdenreich Foto: Claudia Erdenreich

Was können Gästeführer der Weltkulturerbe-Stätten Würzburg und Regensburg voneinander lernen? Dieser Frage ging eine zweitägige Fortbildung des Würzburger Gästeführervereins in die Donaustadt Regensburg intensiv nach.

Regensburg. Höhepunkt war dabei ein Austausch- und Begegnungsabend, in dessen Mittelpunkt ein kreativ-heiteres Städtequiz stand. Die Gäste aus Würzburg gewannen den Wettbewerb und stellten dabei das frisch erworbene Wissen mit Erfolg vor.

Umweltfreundlich und nachhaltig reisten die 20 Mitglieder des Würzburger Gästeführervereins mit einem ICE an die Donau und starteten bereits mit einer Sonder-Stadtführung, bei der vor allem auch historische Innenräume im Mittelpunkt standen. Große Überraschung: Die Würzburger Gästeführer, von denen einige auch als Weinführer arbeiten, zeigten sich begeistert vom Regensburger Landwein. Im Kaisersaal des Goldenen Kreuzes am Haidplatz genossen sie diese Rarität als Willkommensgeste. Gleichzeitig wurden historische Gemeinsamkeiten zwischen den Städten ausgetauscht, denn nicht wenige Kaiser und Könige, die einst in der Regensburger Luxusherberge nächtigten, waren oft auch Gäste in der Bischofsstadt am Main. „Der Baierwein kann sich bravourös neben unseren fränkischen Tropfen sehen lassen“, lobte diese Fortbildungseinheit Antje Hansen, erste Vorsitzender der Würzburger Gästeführer.

Weitere Stationen waren die Thomaskapelle in der ehemaligen Patrizierburg der Auer am Römling, die Erhardi-Krypta als ältester, noch existierender Sakralraum der ehemaligen Reichsstadt und die gotischen Gassen im ehemaligen Pagus mercatorum, der heutigen Altstadt rund um den Haidplatz. Nachmittags führten KollegInnen von „kulttouren – Verband der Regensburger Gästeführer“ die Mainfranken durch das „document Reichstag“ und durch den Regensburger Petersdom. Beides architektonische und historische Besonderheiten, die zum Fachgespräch über Hallenkirchen, Säulen- und Pfeilerbasiliken führten.

Höhepunkt war am Abend des ersten Tages ein bunter Begegnungsabend. Beide Gästeführergruppen hatten für die jeweiligen anderen Gästeführerkollegen zwölf anspruchsvolle Fragen vorbereitet. Drei Antworten standen als Lösung zur Wahl, wobei die richtige Lösung in Kleingruppen zu erraten war. Die Gästeführer aus Würzburg stellten dabei unter Beweis, dass der fachliche Input des Tages fruchtete. Sie gewannen deutlich und durften eine Kiste Regensburger Bierspezialitäten mit nach Hause nehmen.

Die Landes- und die Dauerausstellung im Haus der Bayerischen Geschichte stand unter dem Leitthema „Fränkisch-altbayerische Verbindungen“. Dabei vermittelte Museumsführer Hansjörg Hauser deutlich anhand des fränkischen Herzogsschwerts, der Figur des Heiligen Nikolaus von Tilman Riemenschneider und der Olympiade-München-Siegerutensilien des Nürnbergers Klaus Wolfermann, dass beide Ausstellungen „ordentlich befrankt“ waren. Abschluss bildete eine Schlossführung bei Thurn und Taxis.

Bereichernd fanden beide Gruppen die Tatsache, dass viele Flusskreuzfahrtschiff-Gäste im Stadtführungsgeschäft jeweils von Würzburg und Regensburg begeistert erzählen. Schließlich kommt es regelmäßig vor, dass Schiffs-Gastgruppen, bevor sie nach Würzburg oder Regensburg weiterschippern, schon in der jeweiligen Stadt gewesen sind. Das regte beide Gruppen an, noch zielgruppenorientierter zu führen, vor allem mit den frisch erlernten Praxistipps aus der jeweiligen Stadtgeschichte ihrer Kollegen. „So brauchen zukünftig unsere Gäste nicht zweimal gleiche Themen anhören“, fasste der Würzburger Reisegruppenleiter, Johannes Wohlfahrt die Fortbildungstage zusammen.

Jochen Buck vom „kulttouren“-Vorstand erhielt zum Abschluss die Einladung zu einem Gegenbesuch nach Würzburg. „Das wird dann für uns eine Premiere“, freute sich Buck und versprach, das weiter zu planen.


0 Kommentare