19.01.2020, 12:58 Uhr

Brauchtum Die Kirmweiber eröffneten den Hemauer Fasching nach alter Tradition


In die Kommunalwahl bzw. ins Roulette der Bürgermeisterkandidaten in Hemau greifen die Kirmweiber nicht ein. Damit bleibt es in der Tangrintelstadt bei einer Kandidatin und einem Kandidaten für das Amt des Stadtoberhaupts. Die Kirmweiber sind ja auch keine Ausspielgruppe, sondern sie kündigen den Beginn der närrischen Zeit in Hemau. Und zwar nach alter Tradition immer am Sonntag nach Dreikönig.

HEMAU Erstmals zogen als alte, greisliche Weiber verkleidete Männer im Jahr 1923 durch die Lokalitäten der Kleinstadt. Damals gab es noch bedeutend mehr Gaststätten, heute sind sie fast an einer Hand abzuzählen. Nichtsdestotrotz waren es diesmal gut 20 Kirmweiber aus drei Generationen. Oberkirmweib Josef Dietz, der bereits seit den frühen 1960er-Jahren dabei ist, zählt zu den Langgedienten. Erfreulich war, dass heuer gleich drei Jugendliche mitmarschierten, auch wenn es nicht ganz so einfach war, für sie die richtigen Kostüme zu finden. Doch bei einigen Hemauern und im Theaterfundus des Trachtenvereins wurde man fündig. Reinhard Dinauer, zur mittleren Generation zählend und ebenfalls schon viele Jahre dabei, unterstützte Oberkirmweib Josef Dietz sang- und stimmkräftig bei den Texten, musikalisch taten dies Tobias Sturm (Gitarre), Konrad Rahm (Akkordeon) und Olli Freihart (Bariton) von der bekannten Partyband „Donnaweda“, alle drei natürlich ebenso stilecht gewandet, und Alexander Waldhier (große Trommel). Die Wirtsleute der besuchten Gaststätten ließen sich nicht lumpen und versorgten die Kirmweiber mit flüssigem Brot, Schnaps und dem einen oder anderen Häppchen zum Essen. Tradition dieses nur in Hemau ausgeübten Brauches ist auch, dass die Kirmweiber am Schluss wieder zum Ausgangslokal zurückkehren und sich dort mit einem Presssack stärken und so den Abend ausklingen lassen.


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