03.01.2020, 11:37 Uhr

Kunst- und Gewerbeverein Regensburg Ausstellung „Bild-Findung/Bild-Erfindung“ mit Bildern von Gisela Griem, Wolfram Schmidt und Johanna Obermüller

Liebespaar mit Schlange. (Foto: Johanna Obermüller)Liebespaar mit Schlange. (Foto: Johanna Obermüller)

Am Freitag, 10. Januar 2020, findet um 19 Uhr, in den Ausstellungsräumen des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg die Eröffnung der Ausstellung „Bild-Findung/Bild-Erfindung“ statt.

REGENSBURG Der suchende Blick von Gisela Griem bleibt an Bäumen sowie an unterschiedlichen Pflanzenformen hängen, an Wasseroberflächen, die sich im Licht verändern. Ein anderer Blick, der Blick von Wolfram Schmidt, sieht das Gestrüpp, die bizarren Wurzeln, eine schon veränderte Natur – nicht die Natur, wie sie wächst, sondern, wie sie vergeht, sich zersetzt. Thema ist das Wachsen und Vergehen der Flora in der Natur. Diese beiden Künstler finden die Bilder. Die Natur als Ausgangspunkt für die eigentliche Arbeit, die Umwandlung und Umformung.

Den umgekehrten Weg geht Johanna Obermüller. Sie erfindet die Bilder. Johanna Obermüller geht von der Vorstellung aus, die sie im Kopf abgespeichert hat und beschäftigt sich nicht mit dem Statischen, sondern dem Dynamischen, mit dem, was sich fortwährend ändert, der Fauna in der Natur. Tiere und Menschen kommen als Endergebnis heraus.

Bei der „Bild – Findung“ steht das Foto am Anfang. Peu á peu wird daraus ein Holzschnitt oder ein Linolschnitt. Oder das Foto wird analysiert, nach Mustern abgesucht, transformiert und collagiert. Bei der „Bild – Erfindung“ steht im Anfang die Linie. Mit der digitalen Linie wird experimentiert und die Ergebnisse lassen sich mit keinem anderen Medium wiederholen. Wenn schon der Kosmos für uns undurchschaubar ist und je mehr wir wissen, um so unübersichtlicher und unverständlicher wird, desto mehr wächst das Bedürfnis, Ordnungssysteme zu finden oder zu erfinden, die stimmig sind und die wir halbwegs verstehen. Aus den unendlich vielen Möglichkeiten des Machens soll das Eine entstehen, das uns gefangen nimmt, uns überwältigt. Der schmale Grat, auf dem das Kunst-Machen balanciert, liegt zwischen Zufall und Berechnung. Die Berechnung bringt Klarheit und kann kalt und langweilig sein. Der Zufall bringt die Komplexität, aber auch das Chaos.


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