20.12.2019, 09:00 Uhr

„Zwischen Freiheit und Moderne“ Renée Sintenis bleibt bis zum 26. Januar 2020 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie

„Zwischen Freiheit und Moderne. Die Bildhauerin Renée Sintenis“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie. (Foto: Studio Zink Fotografen)„Zwischen Freiheit und Moderne. Die Bildhauerin Renée Sintenis“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie. (Foto: Studio Zink Fotografen)

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie verlängert die Ausstellung „Zwischen Freiheit und Moderne. Die Bildhauerin Renée Sintenis“. Noch bis Sonntag, 26. Januar 2020, können die Besucherinnen und Besucher Sintenis‘ bemerkenswerte Tierfiguren bewundern und mehr über die außerordentliche Frau erfahren.

REGENSBURG „Von früh an habe ich auch eine viel stärkere Beziehung zu Tieren denn zu Menschen gehabt,“ beschrieb Renée Sintenis (1888-1965) sich selbst. Wenn man Sintenis‘ zahlreiche Tiere aus Bronze betrachtet, wird diese Einfühlsamkeit den vierbeinigen Geschöpfen gegenüber offensichtlich. Doch zugleich mag Sintenis‘ „Menschenscheu“ überraschen. Denn sie galt im Berlin der 1920er Jahre als Dame von Welt, die in der Kulturszene der Stadt gut vernetzt war.

Sintenis‘ Galerist Alfred Flechtheim verstand es, beide Seiten von ihr zu vereinen, um sie bei ihrer Entwicklung zu einer erfolgreichen Künstlerin zu unterstützen. Die Ausstrahlung der hochgewachsenen Frau mit markantem Gesicht und extravaganter Kleidung wusste er geschickt zu vermarkten. Es gelang ihm, die kleinen, ansprechenden Tierfiguren mit gutem Gewinn an Privatsammler sowie an Museen zu verkaufen. Sintenis‘ Berliner Bär wurde Ende der 1950er Jahre nicht nur zum Symbol der Hauptstadt, sondern auch zur Vorlage für die Trophäe der Berliner Filmfestspiele.

Die Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie führt vor Augen, was Sintenis an den Tieren, vor allem an Tierjungen, angesprochen hatte. Es war die Unbefangenheit und Freiheit, die sie in ihren Bewegungen zum Ausdruck bringt. Tollende Fohlen sind ihr beliebtestes Motiv. Sintenis faszinierte aber auch der menschliche Körper. Ihre Sportlerdarstellungen zeigen, wie genau sie Bewegungsabfolgen beobachtete, um den entscheidenden Augenblick beim Boxen, Fußball- oder Polospiel festzuhalten. Den krönenden Abschluss des Ausstellungsrundgangs gibt die mythologische Figur der Daphne, deren schlanker, emporstrebender Körper sich gerade in einen Baum verwandelt.

Die Zusammenschau von genau 111 Werken der Bildhauerin Renée Sintenis ist nach Verlängerung noch bis Sonntag, 26. Januar 2020, zu sehen. Neben den Sonntagsführungen, jeweils um 15 Uhr, gibt es am Mittwoch, 8. Januar 2020, sowie am Mittwoch, 22. Januar 2020, jeweils um 13 Uhr, zwei Kurzführungen mit Dr. Alexandra Demberger. Am Donnerstag, 9. Januar 2020, um 19 Uhr, gibt Dr. Demberger eine Kuratorenführung durch die Ausstellung. Das Museum ist sowohl am Donnerstag, 26. Dezember, als auch am Montag, 6. Januar 2020, von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Alle übrigen Feiertage bleibt es geschlossen.


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