28.11.2019, 14:35 Uhr

50-jähriges Bestehen wird gefeiert Zeitgenössisch, diskursiv, bunt – das Ausstellungsjahr 2020 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

(Foto: Krištof Kintera)(Foto: Krištof Kintera)

2020 ist ein besonderes Jahr für das Kunstforum Ostdeutsche Galerie: Im Sommer feiert das Kunstmuseum sein 50-jähriges Bestehen. Drei Ausstellungen stehen auf dem Programm, das bei der Jahrespressekonferenz vorgestellt wurde.

REGENSBURG 50 Jahre nach seiner Eröffnung und 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs lädt das Kunstforum Ostdeutsche Galerie zum Reflektieren ein: Die drei Ausstellungen 2020 bieten zum einen Rückblicke auf die Geschichte. Zum anderen regt die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen an, in die Zukunft zu schauen.

„Das Jubiläumsjahr wird zeitgenössisch, diskursiv und bunt“, verspricht Direktorin Dr. Agnes Tieze. Die aktuelle Kunstszene ist mit renommierten KünstlerInnen vertreten: die Fotografin Barbara Klemm, der Medienkünstler Peter Weibel, die Konzeptkünstlerin Magdalena Jetelová und der Installationskünstler Krištof Kintera. Politische Botschaften und Diskussionsstoff übermitteln alle drei Ausstellungen. In der ersten mit dem Titel „Reisen. Entdecken. Sammeln“ begeben sich die Besucher auf die Spuren des Journalisten Hans-Peter Riese in das östliche Europa zwischen Prager Frühling und Fall des Eisernen Vorhangs. Jiří Kolář, Jan Kubíček, Miloš Urbásek und Zdeněk Sýkora repräsentieren Künstler, die abseits der Vorgaben des sozialistischen Regimes individuelle Ansätze verfolgten.

Aus dem gleichen Klima der politischen Unterdrückung der 1970er/1980er Jahre heraus schafft Magdalena Jetelová Kunst, die diese Unfreiheit thematisiert. Schließlich bricht sie aus und emigriert nach Deutschland. Seither widmet sie sich zunehmend globaleren Problemen, doch die Warnung vor bedrohlichen totalitären Regimen bleibt eine Konstante. Ihre Statements bilden einen wichtigen Beitrag in der Ausstellung „Grenzen in der Kunst“. Peter Weibel spürt bereits seit einigen Jahrzehnten Fragen der zukünftigen Entwicklung Europas nach. Einige der Werke in der Ausstellung „Peter Weibel – plus ultra“ sind als pointierte Kommentare zu verstehen.

Vielfältige Veranstaltungen, Führungen und Workshops begleiten das Ausstellungsprogramm. Insbesondere die „kunstvollen“ Donnerstage bieten Gelegenheit, den Kunstgenuss mit einem gesellschaftlichen Event zu verbinden. Beim KOG-tail präsentieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses spektakuläre Werke und deren Geschichten, dazu gibt es exklusive Drinks vom Gastbarkeeper. Im stilvollen Foyer findet auch die Brush Hour statt. Hier sind alle, auch bisher unerfahrene Maler, eingeladen, ausgewählte Stücke aus der Sammlung nachzuempfinden.

Ein besonderes Programm bereitet das KOG zu seinem 50-Jährigen in den Sommermonaten vor. Künstler und Experten geben Gespräche und Führungen zu verschiedenen Themen. Kunstfilme erweitern den Blick auf Kunst. Ein Freiluftcafé lädt zum Verweilen ein. Eine 70er Jahre Party darf nicht fehlen.

Die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Kooperationspartner KreBeKi, der Stiftung für kranke und behinderte Kinder in Bayern, läuft 2020 auf mehreren Ebenen. Neben den regelmäßigen Inklusiven Workshops beteiligt sich das KOG zusammen mit weiteren Partnern an einem inklusiv-integrativen Projekt der Stiftung. Gedanklich knüpft es an das erfolgreiche Konzept „Kunstobjekte in Bewegung“ von 2019 an, bei dem Kurzfilme zu drei Kunstwerken aus der Schausammlung entstanden sind.

Die REWAG-Nacht in Blau und die REWAG-Klassik sind auch 2020 besondere Veranstaltungs-Highlights des Jahres. Am Freitag, 31. Juli, und Samstag, 1. August, steigt im Stadtpark rund um das KOG das große Kulturfest. Die Besucherinnen und Besucher können sich wie immer auf ein ansprechendes Programm mit Musik, Tanz und Auftritten verschiedenster Künstler freuen. Führungen im KOG und die kreativen Stationen im Kunstzelt runden das Programm ab.

Voraussichtlich Ende 2020 beginnt der nächste Abschnitt der Baumaßnahmen, deren Abschluss nicht vor 2022 zu erwarten ist. Das aktuelle Gesamtbudget beträgt 4,5 Millionen Euro. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien beteiligt sich mit 2.250.000 Euro, der Freistaat Bayern mit 1.350.000 Euro und die Stadt Regensburg mit 900.000 Euro. Die Maßnahmen betreffen den sogenannten Grafiktrakt, die Kunsthalle und das Verwaltungsgebäude aus dem Baukomplex des Kunstforums Ostdeutsche Galerie. Die genannten Teile sollen aus klimatechnischen und funktionalen Gründen modernisiert und umgebaut werden, es handelt sich um keine gestalterische Baumaßnahme.

Im Grafiktrakt werden die Klima- und Beleuchtungsverhältnisse dem aktuellen Standard angepasst, damit die Räumlichkeiten wieder für hochwertige Kunstausstellungen genutzt werden können. Die Kunsthalle beziehungsweise Anbindung einzelner Gebäudeteile, darunter auch zum Grafiktrakt, sollen komplett barrierefrei erschlossen werden. Das Ziel ist es auch, einzelne Raumbereiche im Erdgeschoss besucherfreundlicher zu gestalten. Das betrifft insbesondere das Café, die Garderobe, die Kasse, die Museumspädagogik und den bislang fehlenden Shop. Die Maßnahmen im Verwaltungsgebäude dienen der Sicherung der Bausubstanz. Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie bemüht sich, während der Baumaßnahme den Ausstellungsbetrieb weitestgehend ohne Einschränkungen aufrecht zu erhalten.


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