18.11.2019, 10:31 Uhr

Kleidertauschparty an der OTH Lieber tauschen statt kaufen – nachhaltig im Kleiderschrank


Bunte Shirts, kuschelige Pullover, elegante Blazer oder die klassische Jeans – die Tische im Studierendenhaus am Campus der OTH Regensburg waren am Donnerstag, 7. November, gut gefüllt mit Kleidung. Wie jedes Semester veranstaltete der Studentische Konvent eine Kleidertauschparty.

REGENSBURG Das Prinzip einer Kleidertauschparty ist einfach: Man sortiert zuhause seinen Kleiderschrank aus, überlegt, was einem nicht mehr gefällt oder irgendwo zwickt oder drückt, und alle Fehlkäufe kann man zum Tausch gegen neue Lieblingsteile und Fundstücke mitbringen. In diesem Fall konnten Studenten bereits in den Tagen vor der Party Kleidung im Studierendenbüro der OTH abgeben, wo sie dann vorsortiert wurde. Einzige Voraussetzung war, dass man die Teile vorher wäscht. So ziemlich alles war erlaubt und war zu finden, nur Kinderklamotten, Unterwäsche und alles, was man selbst auch nicht mehr tragen würde, war verboten. Die ganz Spontanen konnten ihre Kleidung auch noch während der Kleidertauschparty loswerden und einfach auf die Tische legen. Sowohl die Abgabe als auch die Mitnahme von Kleidung war selbstverständlich kostenlos und was übrig blieb, wurde an die Malteser gespendet.

Tatsächlich wurde die Kleidertauschparty sehr gut angenommen. Josephine (20), Annelie (21) und Hanna (20), alle drei Uni-Studentinnen, gehen öfter und gerne zu Kleidertauschpartys und haben sogar selbst privat schon eine organisiert. Annelie zeigte glücklich ihr neues Lieblingsteil und erzählte, dass es sich um ein Oberteil handelt, das ihre Freundin Josephine bei der letzten Party ergattert hatte, es ihr aber doch nicht so gut gefallen hatte, sodass sie es kurzerhand einfach wieder mitbrachte. So entsteht ein Kreislauf, in dem eigentlich keine neue Kleidung produziert werden müsste, denn es wäre für alle bereits genug da. Die drei Mädels hatten auf alle Fälle sichtlich Spaß am Tauschen.

Doch wie sah es für Männer aus? Jonathan (23) und Jeremias (26) standen am einzigen „Männertisch“, was ihnen jedoch völlig ausreichte. Auch diese beiden Studenten waren bereits auf Kleidertauschpartys und gehen zum Shoppen gerne in Second-Hand-Läden. Sie sehen die Vorteile vor allem im Nachhaltigkeitsaspekt und darin, dass sie als Studenten mit geringem Budget so kaum Geld für Klamotten ausgeben müssen. Doch Jonathan gibt auch zu Bedenken, dass man schon Glück brauche, genau das zu finden, was man sucht. Besser sei es, kein bestimmtes Kleidungsstück im Hinterkopf zu haben, dann finde man spontan eigentlich immer was.

Sandrine (20) war da etwas anderer Meinung, sie sei schon einmal zu einer Kleidertauschparty gegangen, um Festivalkleidung aufzustöbern. Spontanes Glück hatte sie aber auch schon, als sie einmal einen echten Kaschmirpullover ergatterte. „Meine Mutter hätte mich umgebracht, wenn ich so einen abgegeben hätte“, erzählte Sandrine. Jetzt ist der Kaschmirpullover ihr Lieblingsstück, das sie fast jeden Tag trägt.

Beide Hände voller Lieblingsteile fand auch Lea (20). Einzelstücke, wie eine weiße Weste mit Fransen oder eine grüne, glänzende Jacke, deren Farbe und kimono-ähnlicher Schnitt sie besonders „cool“ findet. In normalen Läden sei es für sie immer sehr schwierig, das Passende zu finden, da sie einen sehr speziellen Kleidungsstil habe.

Die Organisatoren sahen die Veranstaltung als absoluten Selbstläufer und eine der einfachsten in der Organisation. Die Räumlichkeiten waren vorhanden, bis auf Tische aufstellen, Kleidung vorsortieren und einen kleinen Kuchenverkauf gab es quasi nichts zu tun. Der Termin liegt dem Studentischen Konvent trotzdem jedes Semester sehr am Herzen, da sie so einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Es muss nicht immer das ganze Paket sein, jeder Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist wichtig. Die meisten Menschen unserer Gesellschaft kaufen viel zu viel Kleidung. Nachhaltig ist das nicht. Tauschen und Second-Hand-Käufe können bereits was ändern – und Spaß macht das Ganze auch noch.

Wer sich jetzt inspiriert fühlt, die nächste Kleidertauschparty zu besuchen, hat dazu die Möglichkeit am Donnerstag, 28. November, ab 18 Uhr, im „W1 – Zentrum für junge Kultur“. Greenpeace Regensburg veranstaltet dann eine „Hemd&Kleider-Tauschparty“.


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