18.09.2019, 19:37 Uhr

Ausstellung im Historischen Museum 25 Jahre archäologische Großgrabung Burgweinting

(Foto: Elnur Amikishiyev/123rf.com)(Foto: Elnur Amikishiyev/123rf.com)

Im Nordwesten des Regensburger Stadtteils Burgweinting fanden in den letzten 25 Jahren umfangreiche archäologische Grabungen und Forschungen statt. Zum Jubiläum präsentiert eine große Ausstellung im Historischen Museum Regensburg zahlreiche Funde und die Erkenntnisse, die sich daraus ableiten lassen. Sie zeigt etwa 1.000 Einzelstücke; hinzu kommt modernste Multimedia-Technik mit mehreren 3D-Rekonstruktionen. So werden die verschiedenen Zeitebenen der Vergangenheit wieder lebendig und auch für Laien anschaulich.

REGENSBURG Die Zahlen für sich allein können sich bereits sehen lassen: 66 Hektar zusammenhängende Ausgrabungsfläche – die größte Flächengrabung Süddeutschlands. Fundstücke aus einem Zeitraum von über 4 000 Jahren – von der Jungsteinzeit bis ins frühe Mittelalter. Objekte, die insgesamt mehr als 550 Kisten füllen. Das ist die reichhaltige Bilanz von 25 Jahren Arbeit der Archäologinnen und Archäologen in Burgweinting. Seit 1994 waren sie im Einsatz – zunächst unter der Leitung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, später dann der Stadt Regensburg. Renommierte Grabungsfirmen wie ArcTron, Archaios und Arcteam sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierende der Universitäten Regensburg und Osnabrück waren daran beteiligt.

Die Fülle der Funde und Befunde, die im Lauf der Jahre zu Tage traten, war unerwartet. Das Gesamtbild ergibt nach heutigem Stand, dass es sich bei der Gegend um das heutige Burgweinting um eine der bedeutendsten frühen Kulturlandschaften Bayerns gehandelt haben muss. Der fruchtbare Lössboden in Kombination mit dem Wasserlauf des Aubachs zog über Jahrtausende die Menschen an. Mitunter traten spektakuläre Fundstücke zu Tage, zum Beispiel eine gut erhaltene Tasse aus der Bronzezeit, ein aus dem ostgotischen Italien importiertes vollständiges Stengelglas, eine Goldscheibenfibel aus dem frühen Mittelalter und vieles mehr.

Um die nun vorliegenden Erkenntnisse der Experten der Öffentlichkeit vorzustellen, hat das Historische Museum Regensburg eine große Sonderausstellung vorbereitet, die jetzt eröffnet wird. Für die Besucherinnen und Besucher dokumentiert sie in eindrucksvoller Weise, welche Ergebnisse die Arbeit der Archäologinnen und Archäologen für das Wissen über die Stadt Regensburg hervorbringt: neue und überraschende „Spuren von Jahrtausenden“. Sie sind es auf jeden Fall wert, dass man ihnen nachgeht.

Die Ausstellung wird am Freitag, 20. September, um 18 Uhr von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer in der Minoritenkirche im Historischen Museum Regensburg eröffnet. Nach einer Begrüßung durch den Kulturreferenten der Stadt Regensburg Klemens Unger gibt Dr. Andreas Boos, Leiter der Abteilung Archäologie bei den Museen der Stadt Regensburg, eine Einführung in das Thema der Ausstellung. Für die musikalische Umrahmung sorgt Hagen Pätzold mit original römischer Musik.

Ab Samstag, 21. September, ist die Ausstellung zu den regulären Öffnungszeiten des Historischen Museums (Dienstag bis Sonntag 10 Uhr bis 16 Uhr, geschlossen 1. November, 24./25./31. Dezember, 1. Januar, 25. Februar, 10. April, 1. Mai) zugänglich. Sie läuft bis Juni 2020. An jedem dritten Sonntag des Monats findet um 14 Uhr eine Führung statt: 20. Oktober, 17. November, 15. Dezember, 19. Januar, 16. Februar, 15. März, 19. April, 17. Mai, 21. Juni. Ein weiteres Begleitprogramm ist in Vorbereitung.


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