26.08.2019, 17:28 Uhr

Für den guten Zweck Blasmusik-Marathon erspielt 4.500 Euro für die Lebenshilfe Regensburg

(Foto: Hans-Christian Wagner)(Foto: Hans-Christian Wagner)

Es war ein Paukenschlag am Sonntagabend, 25. August, auf der Regensburger Dult: Die „BlasBrothers“ aus Regensburg beenden ihren fünften Blasmusik-Marathon im Hahn-Zelt. Und das nicht alleine. Mit dabei waren Musikanten aus den Partnerstädten Brixen, Budavár und Pilsen.

REGENSBURG Drei Tage lang waren die „BlasBrothers“ zuvor in deren Heimat unterwegs, gaben lokale Gemeinschafts-Konzerte und nahmen Mitglieder der örtlichen Musikkapelle mit auf ihre Reise. Hintergrund der außergewöhnlichen Aktion: Erneut „wettete“ die Kapelle „gegen“ Unternehmen und Privatpersonen, dass sie ihr ambitioniertes Vorhaben in die Tat umsetzen würden. Dabei kamen nun 4.500 Euro zusammen. Diese spenden die „BlasBrothers“ vollumfänglich an die Lebenshilfe Regensburg.

Aktiv daran beteiligt war an dieser Leistung auch der Gastgeber des fulminanten Blasmusik-Abends. Festwirt Michael Hahn rundete die Summe großzügig auf. „Die ,BlasBrothers‘ haben mit ihrer starken Aktion gezeigt: Gemeinsam kann man Spaß und Freude haben und dabei auch noch etwas Gutes tun. Sie und ihre neuen internationalen Freunde waren deshalb selbstverständlich gern gesehene Gäste in unserem Zelt“, so Hahn zu seiner Motivation, den Marathon zu unterstützen. Die Inszenierung im Fest-Zelt war gelungen: Als auf 20-Mann starke, international gewachsene Kapelle zogen die „BlasBrothers“ ein, verkündeten die Spendensumme und musizierten gemeinsam mit den 30 Mitgliedernder Fest-Kapelle Regensburg, die an diesem Abend das Zelt mit Blasmusik unterhielt.

Idee des Blasmusik-Marathons: Europa und Inklusion verbinden

Auf ihrer insgesamt 2.000 Kilometer langen Reise haben die „BlasBrothers“ vor allem eines festgestellt: Europäische Freundschaft und das Thema der Inklusion sind zwei wichtige Themen, die auch ihre Pendants in den Partnerstädten bewegen. Kapellmeister Franz Rumstadt spricht am Sonntag zum vollbesetzten Hahn Zelt: „In jeder Partnerstadt haben wir für eine weitere Organisation vor Ort gesammelt, die sich, wie bei uns die Lebenshilfe, um Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung kümmert. Diese haben wir auch besucht und gesehen: Hier wird international harte, ehrenhafte und durchweg förderwürdige Arbeit geleistet.“ Für die „BlasBrothers“, so Rumstadt, sei es eine Selbstverständlichkeit, sich dieser Aufgabe mit zu widmen. „Wir sind gesund, uns fehlt es an nichts. Dafür sind wir dankbar, nehmen aber auch eine Verantwortung wahr: Wir sind in der Pflicht, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.“

Starke Besetzung und prominente Partner auf der Bühne

Neben dem Kulturreferat der Stadt Regensburg, das einen Teil der logistischen Kosten finanzierte, ermöglichte die Aktion vor allem das Unternehmen Steinhofer Ingenieure GmbH. Der Dienstleister für Brandschutz, Statik und Sicherheit unterstütze den Marathon erstmals als Hauptsponsor. Geschäftsführer Bernd Steinhofer versichert „Immer in Bewegung. So unser Firmenmotto, so auch die Aktion der „BlasBrothers“. Das haben wir gerne ermöglicht. Und: Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein!“

Auch zwei prominente Schirmherren begleiteten das große Finale des europäischen Blasmusik-Marathons: Die Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Gertrud Maltz-Schwarzfischer, freute sich vor allem über den starken Bezug zu den Partnerstädten in diesem Jahr. „Wir sehen hier junge Menschen aus verschiedensten Ländern Europas, die zusammenkommen und Freunde aus der gemeinsamen Leidenschaft für die Blasmusik werden. Einen besseren, schöneren und authentischeren Beweis für die Vorteile der Zusammenarbeit mit unseren Partnerstädten gibt es nicht“, so die Bürgermeisterin. Zudem richtete auch Schirmherr Christian Doleschal zur Abschlussveranstaltung der Aktion seine Grüße aus. Der Europaabgeordnete für die Oberpfalz zeigt sich begeistert vom Ergebnis des Marathons: „Das heute ist ein ganz starker Moment. Junge Europäer setzen sich über nationale Grenzen hinweg für die gute Sache an. Das ist gelebte Gemeinschaft!“

Finale des Marathons als Auftakt für die nächste Charity-Aktion?

Jürgen Malterer, Blasmusik-Legende und Dirigent der Festkapelle Regensburg, sowie seinerseits Moderator an diesem Abend schneidet zum Ende des Einzugs ein weiteres spannendes Thema an: „Verrückt ist die Aktion auf alle Fälle. Ich bin ja schon gespannt, wie ihr beim kommenden Marathon dann noch mal einen drauf setzen wollt ...“ Franz Rumstadt von den „BlasBrothers“ lächelt nur. „Mal sehen“, sagt der 23-jährige Lappersdorfer „da fällt uns schon was ein. Mehr kann ich jetzt aber nicht dazu sagen, sonst spielt mir meine Kapelle nicht mehr mit.“ Diesen, „seinen“ „BlasBrothers“ schwant Übles. „Bisher haben wir noch alles mitgemacht ...“, kommentieren sie das nüchtern.

Der Blasmusik-Marathon

Der Blasmusik-Marathon ist bereits viermal ein voller Erfolg gewesen. 2014 spielen die BlasBrothers insgesamt zehn Stunden ununterbrochen für die Sanierung des Regensburger Wahrzeichens „Bruckmandl“. Ein Jahr später geht es für die Gruppe auf Deutschland-Tour: In nur vier Tagen absolvieren sie 16 Auftritte in elf verschiedenen Städten. 2016 brechen sie dann auf zum ersten „echten“ Marathon. Die Musikantenlegen 42 Kilometer marschierend hinter sich und sammeln mit ihrem Einsatz für das Patientenhaus der Leukämiehilfe Regensburg. 2017 setzt die Kapelle nochmal einen drauf. 24 Stunden lang fährt ein Blasmusik-Bus durch Regensburg. Interessierte können dem Treiben auf halbstündigen Rundfahrten kostenfrei lauschen –und natürlich spenden: Die Erlöse kommen der Regensburger Lebenshilfe zu.

Die „BlasBrothers“

Die „BlasBrothers“ sind sieben junge Musikanten aus der Region Regensburg. Seit 2012 eint sie die Liebe zur bairisch-böhmischen Blasmusik. Neben Auftritten in Bierzelten, Wirtshäusern und bei Festen startet die Kapelle immer wieder ungewöhnliche Aktionen wie den Blasmusik-Marathon. 2014 nimmt die Kombo beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil. Sie wird mit einem dritten Preis auf bundesdeutscher Ebene sowie einem ersten Preis auf bayerischer Landes- und Regionalebene ausgezeichnet.


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