06.07.2019, 22:58 Uhr

Länder müssen Antrag überarbeiten Das UNESCO-Welterbekomitee vertagt die Entscheidung zum möglichen Welterbe „Donaulimes“

(Foto: jannoon028/123RF)(Foto: jannoon028/123RF)

Das UNESCO-Welterbekomitee stellt die Entscheidung über die Einschreibung des „Nassen Limes“ in die Welterbeliste zurück. Der Antrag wurde den beteiligten Ländern Deutschland, Österreich, Slowakei und Ungarn zur Überarbeitung in einem Punkt zurückgegeben.

LANDKREIS KELHEIM Ziel der Einreichung war, die Welterbeliste mit den „Grenzen des römischen Reichs – Donaulimes“ um ein eigenständiges Welterbe für den „Nassen Limes“ zu erweitern. Dieser erstreckt sich in Bayern von Bad Gögging im Landkreis Kelheim über Regensburg und Straubing bis nach Passau und führt dann weiter über Österreich und die Slowakei bis nach Ungarn.

Anlass für die Zurückstellung (Referral) war die kurzfristige Entscheidung aus Ungarn, einen Teil des antiken Aquincum in Budapest aus der Welterbenominierung herauszunehmen. Ungarn hatte den Antrag federführend für alle Beteiligten eingereicht. Formal ist eine kurzfristige Änderung nicht möglich, deshalb hat der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) seine positive Evaluierung des Antrags vom Februar 2018 negiert. Aus diesem Grund hat sich das Welterbekomitee dazu entschlossen, den Antrag vorerst zurückzustellen.

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler bedauert die Rückstellung des Antrags und richtet den Blick nach vorn: „Dieser Verlauf ist ausgesprochen schade! Durch die positive Bewertung von ICOMOS hatten wir bis vor wenigen Tagen die berechtigte Hoffnung, den Status Welterbe für den Donau-Limes zu erhalten. Der 3.000 Seiten starke Antrag war von langer Hand vorbereitet und sehr überzeugend. Wir müssen nun zunächst mit unseren Partnern in Ungarn, Österreich und der Slowakei sowie den Gutachtern analysieren, was die Entscheidung Ungarns bedeutet und wie wir darauf konstruktiv reagieren können. Und dann nehmen wir einen erneuten Anlauf!“ Ihm tue es für alle Beteiligten leid, „die viel Herzblut, Zeit und Energie in das Vorhaben gesteckt haben“


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