21.06.2019, 17:10 Uhr

Gesellschaftspolitik als Hintergrund Künstlerin Katharina Sieverding im Gespräch über Entstehungshintergründe ihrer Werke

(Foto: Lukas & Zink, Fotografen)(Foto: Lukas & Zink, Fotografen)

Bereits anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Deutschland wird deutscher“ Ende Mai hatten die Gäste Gelegenheit, Katharina Sieverding persönlich kennenzulernen. Seit 50 Jahren prägt die renommierte Künstlerin die Geschichte der deutschen Kunst mit. Sie war es, die die Ausdrucksmöglichkeiten der Fotografie in der Kunstpraxis erweiterte.

REGENSBURG Am Donnerstag, 27. Juni, ist Katharina Sieverding erneut zu Gast im Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Im Gespräch mit Dr. Gerhard Leistner, Kurator der Ausstellung, geht es nicht nur um ihre viel diskutierte Arbeit „Deutschland wird deutscher“. Die Besucherinnen und Besucher erfahren, wie die gesellschaftspolitischen Themen der Künstlerin in ihrer Biografie und den geschichtlichen Hintergründen verankert sind.

Komplett in Schwarz gekleidet ist Sieverdings Erscheinungsbild inzwischen zur Marke avanciert, nicht zuletzt, da sie in ihren Arbeiten regelmäßig ihr Selbstporträt einsetzt, auch in „Deutschland wird deutscher“. Entschieden vertritt sie ihre Statements – sowohl im Gespräch als auch mittels ihrer Kunst. Großformatig nimmt Sieverding im öffentlichen Raum Stellung zu brisanten tagespolitischen Themen und legt dabei gerne den Finger in die Wunde. So Anfang der 1990-er Jahre in Raum Stuttgart und Berlin mit ihrer Fotografie „Deutschland wird deutscher“ und ganz aktuell in Dachau mit ihren Arbeiten „Am falschen Ort II“, wo sie sich mit Menschenrechtsverletzung, Flüchtlingskrise und NS-Vergangenheit auseinandersetzt.

Die Suche nach Identität durch eigene Selbstreflexion und die Modernisierung der deutschen Identität durch ein humanistisches Menschenbild sind wichtige Themen und Ziele, auf die sich Katharina Sieverding immer wieder in ihren Fotoarbeiten bezieht und hinwirkt. Ihre Entscheidung für die bildende Kunst fiel im Sommer 1967, als sie von dem gewaltsamen Tod von Benno Ohnesorg während den Demonstrationen gegen den Staatsbesuch des damaligen Schahs von Persien hörte. Als Schülerin von Joseph Beuys entdeckte sie die Fotografie und begann sich politisch einzumischen. Seit nun 50 Jahren schreibt Sieverding mit ihren kritischen Fotoprojekten die deutsche Kunstgeschichte wesentlich mit.

Im Gespräch am Donnerstag, 27. Juni, geht Katharina Sieverding und der Kurator der Ausstellung, Dr. Gerhard Leistner, den Fragen rund um ihre Kunst und deren Entstehungshintergründe nach. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.


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