04.06.2019, 11:42 Uhr

Museum der Bayerischen Geschichte 1.000 Exponate und unzählige Emotionen im neuen Museum


Auf einer ungewöhnlich langen Rolltreppe fährt man hinauf und lässt das weiße, 17 Meter hohe und lichtdurchflutete Foyer hinter beziehungsweise unter sich. Alles ist sauber, wirkt unberührt und riecht „neu“. Oben im Ausstellungsraum angelangt, wird es dann eine ganze Ecke düsterer. Auf 2.500 Quadratmetern zeichnet das Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte dort den Weg Bayerns zum modernen Staat nach – vom Beginn des Königreichs 1806 bis heute.

REGENSBURG Zusammengestellte Exponate erzählen auf 40 Bühnen prägende Ereignisse der bayerischen Geschichte. Die Museumsbesucher erfahren, warum Bayern als der deutsche Verfassungsstaat gilt, wie Hitler in München groß wurde oder wie Vertriebene in Franken Popmusik möglich machten. Außerdem beschäftigt sich die Ausstellung mit dem mysteriösen Tod von Ludwig II., Olympia und mit der Autoindustrie. All diese Themen und noch viele mehr werden in einem chronologischen Rundgang präsentiert. Ergänzt werden diese Themen von den sogenannten Kulturkabinetten. Dort dürfen sich die Besucher Gedanken darüber machen, was besonders bayerisch ist oder auch nur dafür gehalten wird. Die Kabinette beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Dialekte, Feste, Bauwerke und Natur.

Von den rund 1.000 Exponaten sind circa ein Drittel aus dem Besitz bayerischer Bürger. Beispiele dafür sind unter anderem die Pickelhaube von Simon Gammel aus dem Ersten Weltkrieg oder die Häftlingsjacke des französischen Kommunisten Auguste Pineau aus dem Konzentrationslager Dachau. All diese Exponate dokumentieren Lebenswege und Schicksale und bringen Emotionen in die abwechslungsreiche Ausstellung.

Man muss sich den Exponaten aber nicht alleine stellen: Museumsbesucher bekommen zur Unterstützung einen Mediaguide als Begleitung. Der Guide bietet verschiedene geführte Rundgänge an und die Besucher können sich zwischen einer 90-minütigen Video-Tour und einer 60-minütigen Audio-Tour entscheiden oder sich von Hannes Ringlstetter durch die Ausstellung führen lassen. Wer selbst bestimmen will, wo es lang geht, kann sich nach Lust und Laune an den über 60 frei wählbaren Medienbeiträgen bedienen.

Wenn man in der Ausstellung in der Gegenwart angekommen ist, neigt sich der Museumsbesuch dem Ende zu. Über eine lange Treppe gelangt man zurück in das Foyer. Dort finden sich ein Laden und ein Wirtshaus im altbayerischen Stil. Dort gibt es Klassiker der bayerischen Küche und natürlich Biere aus allen Regionen Bayerns. Stärken kann man sich entweder im Wirtshaus selbst oder bei schönem Wetter auch auf dem neuen Freisitz mit Blick auf die Donau.

Das Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte am heutigen Donaumarkt wird am Dienstag, 4. Juni, nach nur vier Jahren Bauzeit feierlich eröffnet. Ab 5. Juni ist es dann auch für die Öffentlichkeit zugängig. Bis zum 30. Juni ist der Eintritt für alle Besucher frei. Danach kostet der Eintritt fünf Euro für Erwachsene. Die Baukosten für das Gebäude mit der Keramikfassade belaufen sich auf 88 Millionen Euro. Für die Ausstattung kommen noch einmal sieben Millionen Euro hinzu.


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