01.06.2019, 20:34 Uhr

Ruhmeshalle in Donaustauf Feierliche Enthüllung der Büste – die Künstlerin Käthe Kollwitz findet Platz in der Walhalla


131 Büsten und 64 Gedenktafeln erinnern nun in der Walhalla in Donaustauf an große Persönlichkeiten „teutscher Zunge“. Die 131. Büste wurde am Mittwoch, 29. Mai, feierlich enthüllt. Käthe Kollwitz ist erst die 13. Frau, die in der Ruhmeshalle zu Ehren kommt. In Form einer Büste wird dabei noch sechs weiteren Frauen gedacht.

DONAUSTAUF Im Beisein zahlreicher Ehrengäste aus Wissenschaft und Kunst sowie Politik und Gesellschaft enthüllten Heimatminister Albert Füracker, Kunstminister Bernd Sibler, Initiatorin Gabriele Meuer und Künstler Uwe Spiekermann die Büste der Käthe Kollwitz. Die Walhalla sei „ein Erinnerungsort der besonderen Art“, so Sibler. Gut erkenne man auch den Wandel der Werte in der Gesellschaft – von den Feldherren hin zu den Widerstandskämpferinnen. Auch seien nicht alle Leistungen der Geehrten heute noch gegenwärtig. Käthe Kollwitz sei „eine würdige Persönlichkeit“ für einen Platz in der Walhalla. Rund 150.000 Besucherinnen und Besucher kommen jedes Jahr nach Donaustauf auf die Walhalla. Der Ruhmestempel sei weit über Bayern und Deutschland hinaus bekannt.

Füracker, der als Heimatminister Hausherr der Walhalla ist, wertete die Walhalla als „bedeutendes deutsches Nationaldenkmal des 19. Jahrhundert“. Es sei ein „Symbol der Heimat, in aller Welt bekannt“. Und: „Es ist eine wunderbare Stelle unseres Landes!“ Als Oberpfälzer – Füracker kommt aus Parsberg im Landkreis Neumarkt – komme er ab und zu nach Donaustauf und auf die Walhalla.

„Käthe goes Walhalla“, so zitierte die pensionierte Lehrerin Gabriele Meuer eine ihrer ehemaligen Schülerinnen. Meuer hatte nach einem Besuch in der Walhalla im Jahr 2009 festgestellt, dass hier „Käthe Kollwitz fehlt“. Sie initiierte ein Schulprojekt, 2010 wurde der Antrag gestellt, 2017 kam die Zusage – da hatte man den Antrag schon fast vergessen. „Und jetzt ist Käthe Kollwitz da!“, sagte Meuer mit großer Freude.

Käthe Kollwitz wurde 1867 in Königsberg geboren. Ihre Werke drehen sich vor allem um die Folgen des Ersten Weltkriegs für Frauen, Kinder und Familien. 1919 wurde sie als erste Frau zum Mitglied in der Preußischen Akademie der Künste ernannt. 1929 erhielt sie als erste Frau den Orden „Pour le Mérite“ für Wissenschaft und Künste. Im Dritten Reich wurden die Werke der sogenannten „entarteten Kunst“ zugeordnet. 1933 wurde Kollwitz gezwungen, aus der Preußischen Akademie der Künste auszutreten. Kollwitz starb 1945 in Moritzburg bei Dresden. Das Schulprojekt „Käthe Kollwitz zu Ehren“ hatte den Vorschlag eingereicht, das Projekt wurde an der Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover durch die Lehrerin Gabriele Meuer, die inzwischen pensioniert ist, durchgeführt. Sie gründete einen Verein und sammelte Spende für die Herstellung der Büste, denn die Kosten muss der tragen, der den Vorschlag gemacht hat. 30.000 Euro waren nötig – gemeinsam mit zehn Käthe-Kollwitz-Schulen, einigen Unternehmen und vielen Einzelspendern gelang es, die nötige Summe aufzubringen.

Die etwa 130 Kilo schwere Büste wurde vom Künstler Uwe Spiekermann aus Hannover aus Südtiroler Marmor gefertigt. „Es hat tierischen Spaß gemacht“, sagte Spiekermann. Am liebsten würde er einfach weitermachen mit der Arbeit an der Büste. „Die Büste ist aus Laaser Marmor Bianco Statuario des Weißwasserbruchs gefertigt. Dieser Stein wird in der Nähe des Ortes Laas in Südtirol in über 2.000 Metern Höhe nur unter Tage abgebaut“, so das Kunstministerium. Im August 2018 hatte der Künstler den Stein selbst aus Laas geholt.

Im Anschluss an den Festakt gab es beim Empfang rege Gespräche über die Walhalla, ihre Bedeutung und natürlich die neue Büste, man war sich einig, dass die Büste sehr gut gelungen ist und in die Walhalla passt.

Auch die nächste Persönlichkeit, die Einzug in die Walhalla in Donaustauf finden wird, steht schon fest: Der Ministerrat hat beschlossen, diese Ehre auch dem Physiker Max Planck zuteilwerden zu lassen. Ein Datum für diesen Festakt gibt es hier aber noch nicht.


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