28.05.2019, 15:53 Uhr

Kunsträume sind Lebensräume Die alte Bahnhofsunterführung wird zum Ausstellungsort

Dr. Simon-Pelanda, Regina Hellwig-Schmid, Ferdinand Schmack, Walter Reichenberger. (Foto: donumenta)Dr. Simon-Pelanda, Regina Hellwig-Schmid, Ferdinand Schmack, Walter Reichenberger. (Foto: donumenta)

„Die Bahnhofsunterführung permanent zu bespielen, ist eine Herausforderung – künstlerisch und finanziell“, weiß Regina Hellwig-Schmid, Gründerin des „donumenta“ e. V. für aktuelle Kunst in den Donauländern. Die Schau des Düsseldorfer Künstlers und Musikers Marcus Kaiser wird Maßstäbe setzen. Sie eröffnet am 4. Juni um 12 Uhr.

REGENSBURG Seit Jahren konzentriert sich die „donumenta“ auf Kunst im öffentlichen Raum. Die Initiative will Kunst zu den Menschen bringen, Denkbrücken bauen und einen Beitrag zum Stadtgespräch leisten. „Kunst wirkt immer“ lautet das Credo der „donumenta“. Das „ART LAB Gleis 1-9“ entsteht im ehemaligen unterirdischen Zubringer zu den Bahnsteigen. Es versteht sich als Experimentierfeld. Regensburgerinnen und Regensburger, Pendlerinnen und Pendler sowie Reisende werden Teil dieser interaktiven Versuchsanordnung, egal, ob sie den Installationen in der Unterführung absichtlich oder zufällig begegnen. Alle zwei Monate gestaltet ein anderer Künstler, eine andere Künstlerin oder eine Gruppe diesen außergewöhnlichen Raum. Im Herbst wird die donumenta dort eine Installation von Magdalena Jetelová zeigen.

Der künstlerische Ansatz von Marcus Kaiser passt ideal zu diesem Konzept der „donumenta“ für die Bahnhofsunterführung. Zum einen bewältigt Kaiser den 60 Meter langen Tunnel spielend; zum anderen integriert seine Kunst die Ausstellungsbesucher. Seine sich ständig wandelnden Arbeiten aus Papierstößen, lebenden Pflanzen oder Teebeuteln nennt Kaiser „Lebensrauminstallationen“.

Interaktion mit dem Publikum

Marcus Kaiser ist in vielen Disziplinen zuhause. Er ist Musiker, Maler, Bildhauer, Performer und Komponist. In seinem Werk führt er alles zusammen. In der Ausstellung bilden komplexe Rauminstallationen den Ausgangspunkt für die Fortsetzung seiner Kunstwerke, Kompositionen und Interaktionen mit dem Publikum. Die interdisziplinäre Verschränkung verschiedener Kunstgattungen ist dabei Programm. Ohne sich auf eine Form zu beschränken, geht es Kaiser darum, Kunst zu erleben, Kunst erlebbar zu machen und Kunst zu leben. Marcus Kaisers Arbeiten sind künstlerische Langzeitstudien und Lebensrauminstallationen. Während der gesamten Laufzeit der Ausstellung arbeitet Kaiser weiter an seinen Langzeit-Lebensrauminstallationen im“ ART LAB Gleis 1-9“. Er zeichnet, macht Ton- und Videoaufnahmen oder spielt Violoncello.

Hohe Frequenz am Bahnhof

Der Hauptbahnhof Regensburg ist täglich Drehscheibe für ungefähr 30.000 Bahnreisende sowie Pendlerinnen und Pendler. Bis zum Umbau des Bahnhofs 2004 eilten täglich Tausende von Bahnreisenden und Pendlern durch die Bahnunterführung zu den Gleisen 1 bis 9. In den letzten 15 Jahren wurde die Unterführung als Lagerraum genutzt. Jetzt wird sie für die „donumenta“ wieder geöffnet.


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