23.05.2019, 09:48 Uhr

Das frührere Hotel Grüner Kranz Einweihung zweier Gedenktafeln am Haus Obermünsterstraße 9 in Regensburg

(Foto: Vautron Rechenzentrum AG)(Foto: Vautron Rechenzentrum AG)

Das grüne Haus in der Obermünsterstraße, das frühere Hotel Grüner Kranz, ist aus dem Regensburger Stadtbild nicht mehr wegzudenken und ein Gebäude mit „Jahrhundertgeschichte“. Um die historische Bedeutung zu ehren, wurden am Dienstag, 21. Mai, zwei Gedenktafeln eingeweiht – eine für das Gebäude und die berühmten Gäste des Hotels Grüner Kranz und eine zweite für die Reformatorin Argula-von-Grumbach geborene von Stauff und ihrem Wirken in Regensburg.

REGENSBURG Frau Susanne Friesen, in Vertretung der Erbengemeinschaft Glaser, begrüßte die gut 50 Gäste. Sie verdeutlichte, wie wichtig den heutigen Eigentümern die historische Bedeutung des Gebäudes ist und bedankte sich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz. Von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer war zu erfahren, dass ihr die Einweihung der Gedenktafeln ein persönliches Anliegen ist. Sie plante vor Jahren, bei der Straßenbenennung in Regensburg mehr historisch bedeutende Frauen zu berücksichtigen und schlug dabei unter anderem Argula-von-Grumbach vor. Der Beweis dafür, dass Geschichte lebendig ist, war der Ehrengast Joachim Holfeder. Er ist der Sohn des letzten Hotelbesitzers des Grünen Kranzes und verbrachte große Teile seiner Kindheit im Hotel. So erfüllte er die Einweihungsfeier mit Geschichten von berühmten Gästen wie Konrad Adenauer und schilderte malerisch die ehemalige Inneneinrichtung der Empfangshalle. Durch großen Einsatz von Herrn Dekan Eckhard Herrmann, der Regensburger Denkmalschutzbehörde, dem Kulturreferenten der Stadt Regensburg und der Argula-von-Grumbach Stiftung wurde es überhaupt erst möglich, diese Gedenktafeln anzubringen und einzuweihen.

Gestaltet und gefertigt wurden beide Tafeln von dem Künstler Stefan Reichmann. Für die Argula-von-Grumbach-Tafel nutzte er ihre Handschrift aus alten Schriftstücken um die Persönlichkeit abzubilden. Inspiration für die Tafel des Grünen Kranzes war die Menükarte einer Hochzeit im Jahre 1958, die im Speisesaal des Hotels gefeiert wurde. Durch die Wahl von Schrift und Farbe sowie die handgefertigten Befestigungsschrauben öffnet sich für den Betrachter eine Tür in eine längst vergangene Zeit. Zu finden sind die Tafeln jeweils an den Erkern des Gebäudes in Richtung Obermünsterstraße. In der Eingangshalle mit dem Originalfußboden finden Interessierte weitere Fakten zur Geschichte der Obermünsterstraße 9 und dem Hotel Grüner Kranz sowie zu Argula-von-Grumbach und ihrem Wirken in Regensburg.


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